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Freitag, 26. August 2016

Nach den Ferien ist vor den Ferien: Notfalllösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer



„Manchmal nimmt mich Papa mit ins Büro.“ –
Eltern-Kind-Arbeitszimmer als probate Not-
falllösung (©berufundfamilie Service GmbH,
Marcel Coker)
In meinem Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen begaben sich die Schülerinnen und Schüler vorgestern (24.08.2016) nach sechswöchiger Pause wieder tapfer auf den ersten Bildungsweg. Zum Trost sei ihnen gesagt: Nach den Ferien ist vor den Ferien. Das gilt allerdings auch für die Eltern.

Die Ferienzeit ist für Beschäftigte wie für Arbeitgeber eine besonders herausfordernde Zeit. Berufstätige Eltern sind oftmals auf ein Ferienbetreuungsangebot für ihre Kinder angewiesen. Viele Arbeitgeber wissen dies bereits durch hauseigene Ferienbetreuungsmaßnahmen zu bieten. Doch oft können Kinder auch hier nicht wie geplant untergebracht werden. Dann muss eine gute Ad-hoc-Lösung her – wie zum Beispiel das Eltern-Kind-Arbeitszimmer.

Flexible Formate und Nutzung

Ein Streik in der KiTa, eine leichte (nicht ansteckende) Erkrankung des Kindes, ein Unterrichtsausfall in der Schule oder die kurzfristige Absage der Kinderfrau. Die Gründe für einen Wegfall des geplanten Betreuungsarrangements sind so vielfältig wie ihr Auftreten plötzlich ist. Vor der Arbeit oder im Laufe des Arbeitstages eine andere kurzfristige Betreuungsmöglichkeit zu finden, ist extrem schwer und häufig auch sehr teuer. Ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer am Arbeitsplatz kann eine Lösung für diese Notfälle darstellen – also dann, wenn Alternativen wie Arbeiten von Zuhause nicht möglich oder Ferienbetreuung und anderweitige Notfallbetreuung nicht gegeben sind. Es bedeutet, dass die/der Beschäftigte ihr/sein Kind in einem vom Arbeitgeber gesondert angebotenen Raum selber betreut und zudem einige berufliche Aufgaben bewältigen und dabei auf die teilweise unerlässlichen Arbeitsmaterialien zurückgreifen kann. Diese Maßnahme ist deshalb attraktiv, weil sie sich relativ leicht zur Verfügung stellen lässt.

Dabei ist die Lösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer durchaus variantenreich ausgestaltbar: Vom Rollcontainer bis zu „Eltern-Kind-Räumlichkeiten“ ist alles möglich. Zwei Beispiele aus unserem berufundfamilie-Netzwerk dazu. De Luxusvariante sind Eltern-Kind-Räumlichkeiten, die z. B. aus drei Zimmern bestehen: dem Arbeitsraum, dem Spielzimmer und dem Schlafraum. Während der Arbeitsraum etwa über zwei voll ausgestattete Bildschirmarbeitsplätze verfügt, ist das Spielzimmer mit einer Vielzahl an Spielutensilien für unterschiedliche Altersgruppen ausgestattet. Der Schlafraum bietet ein Kinderbett und eine Rückzugsmöglichkeit für stillende Mütter. Die Räumlichkeiten können nur über das Arbeitszimmer mit einem berechtigten Ausweis betreten werden. Die Anordnung der Räume und Einrichtung ermöglicht, dass Mutter oder Vater Blickkontakt zum Kind halten kann. Die Kontrollmöglichkeit nimmt erfahrungsgemäß den akuten Stress aus der Ausnahmesituation.

Und etwas für die Pfiffigen, die das Betriebsgelände miteinbeziehen möchten: Ein mobiles Eltern-Kind-Zimmer bietet absolute Flexibilität. Mit einem voll ausgestatteten Rollcontainer, der auf dem Gelände verschoben werden kann, muss für das Eltern-Kind-Zimmer-Angebot nicht ständig ein Gebäuderaum frei gehalten werden.

Aber nochmals: Egal, wie das Eltern-Kind-Zimmer aussieht, das Arrangement stellt keine Dauerlösung, sondern Hilfe für den Ausnahmefall dar. Auch andere Erwartungen an das Eltern-Kind-Arbeitszimmer müssen klar sein: Nutzt die/der Mitarbeiter/in das Angebot, kann sie/er nicht ausschließlich für das Kind da sein kann. Gleichzeitig kann den beruflichen Aufgaben nicht in dem Umfang nachgegangen werden, wie es an einem normalen Arbeitstag der Fall ist. Aber: Die/der Beschäftigte kann durchaus produktiv sein. Ein großer Vorteil für den Arbeitgeber, der ohne das Angebot gänzlich auf die Arbeitsleistung verzichten müsste.

Darüber hinaus hat das Angebot eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers eine besonders positive Signalwirkung: Es zeigt, wie wichtig dem Arbeitgeber eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist und verdeutlicht deren Normalität.

Eltern-Kind-Arbeitszimmer von A bis Z durchdenken

Die Einrichtung eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers bedarf einiger Überlegungen und Voraussetzungen, die von A wie „Ansprechperson“ über B wie „Benutzungsordnung“ und R wie „Rechts- und Versicherungsfragen“ bis hin zu Z wie „Zeitplanung“ reichen.

Ein paar Punkte seien hier kurz umrissen: Zunächst einmal sollte gut durchdacht sein, welcher Raum oder welche Zimmer für die Beschäftigten geeignet und gut erreichbar sind. Wenn sich die Unternehmensleitung für ein Eltern-Kind-Arbeitszimmers entscheidet, kann dieses übrigens in der Regel innerhalb von ein bis zwei Monaten realisiert werden. Bei der Umsetzung sollten folgende Fragen Berücksichtigung finden:

Ist der Raum kindgerecht und kindersicher ausgestattet? Bietet er zudem die technischen Möglichkeiten für die Arbeit des Elternteils? Wer koordiniert die Nutzungszeiten für den Raum und verwaltet gegebenenfalls den Schlüssel? Wie kann die Hygiene in diesem Raum gewahrt werden?

Eine entsprechende Benutzungsordnung sorgt für klare Verhältnisse, indem sie z. B. den Besuch im Falle einer ansteckenden Krankheit des Kindes ausschließt. Zudem werden das Buchungsprozedere erläutert und Ansprechpartner genannt. Verhaltensregeln innerhalb des Zimmers und Haftungsbestimmungen werden ebenfalls erläutert. Zu den grundlegenden rechtlichen, versicherungsrelevanten Regelungen gehört die Frage nach der Aufsichtspflicht und den Haftungsaspekten zwischen Eltern und Arbeitgebern. Gut geplant, ist auch hier mal wieder halb gewonnen. Spätestens die nächsten Ferien werden dann zeigen, wie die Notfalllösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer bei den Beschäftigten ankommt.

Silke Güttler,
berufundfamilie Service GmbH

Donnerstag, 21. Juli 2016

Endlich Ferien!: Wie auch erwerbstätige Eltern Hurra schreien


Ferienzeit – wunderbar! Lange Schließzeiten von Kitas und anderen Betreuungseinrichtungen – nicht gut! Erwerbstätige Eltern brauchen bei der Kinderbetreuung insbesondere in den Schulferien Unterstützung vom Arbeitgeber. Dadurch, dass Beginn und Ende der Ferien frühzeitig bekannt sind, lassen sich Maßnahmen zur Ferienbetreuung langfristig und ggf. mit der entsprechend beschränkten Laufzeit planen

Wir skizzieren hier, wie die betrieblich unterstützte Ferienbetreuung schrittweise angegangen und umgesetzt werden kann.

Ferienbetreuung, die mit den Bedarfen erwerbstätiger Eltern Schritt hält (©berufundfamilie, Marcel Coker)

Was bringt betrieblich unterstützte Ferienbetreuung? 

Wissen Eltern ihre Kinder gut versorgt, dann können sich Beschäftigte besser auf ihre Arbeit konzentrieren. Diese einfache Faustregel bringt den Nutzen der betrieblich unterstützen Ferienbetreuung auf den Punkt. Familien gewinnen zudem an qualitativer Zeit, wenn die Elternteile dank der Angebote des Arbeitgebers nicht abwechselnd Urlaub nehmen müssen, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Beschäftig­te können daraus mehr Zufriedenheit und Motivation gewinnen. Diese Effekte überwiegen in der Regel die Investitionen in die betrieblichen Maßnahmen zur Ferienbetreuung, die – wie zahlreiche Beispiele aus der Praxis aufzeigen – zudem nicht teuer oder aufwendig sein müssen.

Was sollte bei der Planung der Ferienbetreuung bedacht werden? 

Ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Ferienbetreuung setzt sich aus verlässlichen Angeboten und aus Lösungen zusammen, mit denen flexibel und kurzfristig auf im Alltag eintretende Situationen kurzfristig reagiert werden kann.

Um zu entscheiden, welche Formen der Maßnahmen benötigt werden, ist zunächst eine Bedarfsanalyse zu empfehlen. Hier sind Fragen zu klären wie etwa: Sind Anzahl und Alter der teilnehmenden Kinder bekannt? Für welche Tageszeiten wird eine Betreuung benötigt? Sind flexible Buchungszeiten notwendig? Welche Räumlichkeiten können intern genutzt werden? Wie viele Betreuer werden benötigt? Muss für Verpflegung gesorgt werden?

Entscheidet sich ein Betrieb für fortlaufende Angebote zur Ferienbetreuung, kann er sich an folgenden Beispielen aus dem Kreis der Arbeitgeber orientieren, die das audit berufundfamilie erfolgreich durchlaufen und darin Maßnahmen in den unterschiedlichen betrieblichen Handlungsfeldern passgenau aufgestellt haben:

Die Umfunktionierung eines ehemaligen Hausmeister­hauses auf dem Firmengelände zum Haus der Ferienbetreuung und die Einrichtung eines Spielplatzes. Die Betreuung der Kinder kann durch ausgebildete Erzieher/ innen erfolgen, die auf die Arbeitszeiten der Beschäftigten abgestimmt zur Verfügung stehen.

Wer keine Möglichkeiten zur Betreuung im eigenen Betrieb hat, kann sich zum Beispiel einem kommunalen Anbieter anschließen, etwa einem von der Stadt angebotenen Kinderferienprogramm. Die Kostenbeiträge können in Teilen von dem Arbeitgeber und den Eltern getragen werden.

Auch für die nicht mehr ganz kleinen Kinder sind Ferienkurse eine gute Betreuungsmöglichkeit, mit denen zudem in die Bildung des Nachwuchses investiert wird. Hier empfiehlt sich die Kooperation mit einem externen Anbieter. Dabei kann es zum Beispiel um die Erkundung der heimischen Natur, Experimente in der Physik, sportliche Aktivitäten, oder auch um Bastelarbeiten gehen.

Warum sollten sich Arbeitgeber für den Notfall wappnen?

Eine Ferienbetreuung in der eigenen Firma oder in Kooperation mit anderen Arbeitgebern auf einem externen Gelände ist auch für Notfallsituationen geeignet. Diese entstehen, wenn beispielsweise die eigentlich vorgesehene Betreuung ausfällt.

„Notfallszenarien“ ergeben sich aber auch in folgenden Fällen:
  • wenn das Kind erkrankt ist
  • wenn kurzfristig beruflich mehr Arbeitsstunden aufgebracht werden müssen, um das Projekt voranzubringen
  • wenn, wie oben genannt, der Betreuer erkrankt oder das Kita-Personal streikt
  • wenn der Partner, der in der Kinderbetreuung in der Regel unterstützt, für ein paar Wochen krankheitsbedingt ausfällt oder beruflich verreist ist
Hausinterne Lösungen können Eltern-Kind-Arbeitszimmer bieten, die nicht nur in Ferienzeiten zur Verfügung stehen. Hilfreich sind aber auch bereits Informationsmaterialien wie Listen von Babysittern und anderen kurzfristig anzusprechenden Betreuern aus der Umgebung.

Das Spektrum der Maßnahmen zur betrieblichen Unterstützung der Ferienbetreuung ist groß. A&O ist die Planung!