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Freitag, 14. Juli 2017

Vertrauen als Basis für erfolgreiches mobiles Arbeiten




Vertrauen und Kommunikation sind der Schlüssel für mobiles Arbeiten (©deathtothestockphoto.com)

 
Mobiles Arbeiten und Homeoffice sind en vogue! Denn geht es in der aktuellen Diskussion um die Arbeitswelt von morgen, kommt man an ihnen nicht vorbei. Und das aus zwei Gründen: Erstens ist es mit der heutigen Technik problemlos möglich, von zu Hause oder einem anderen Ort außerhalb des Büros zu arbeiten. Mit Laptops, Internettelefonie, Skype & Co. sind die technischen Voraussetzungen geschaffen. Zweitens haben viele Mitarbeiter den Wunsch mobil zu arbeiten. Sie nutzen beispielsweise das Homeoffice, um ungestört einer Konzentrationsarbeit nachzugehen. Und sie sparen Zeit, die es braucht, um in der morgendlichen und abendlichen Rushhour die Distanz zwischen Zuhause und Arbeitsplatz zurück zu legen. Den Zeitgewinn und die Flexibilität, die dadurch entstehen, schätzen Mitarbeiter, um im Alltag Beruf, Familie und Privatleben unter einen Hut zu bringen.

Arbeitgeber halten weiterhin an Präsenzkultur fest


Trotz aller Euphorie um mobiles Arbeiten, die Praxis sieht anders aus. Obwohl die Möglichkeiten vorhanden wären, halten viele Unternehmen an der Präsenzkultur fest und diktieren ihre Mitarbeiter täglich ins Büro. So kommt es, dass 8 von 10 Mitarbeitern gerne ab und an bzw. regelmäßig von Zuhause arbeiten würden, aber nur jeder zehnte tut es (DIW-Studie, 2016). Warum die Büros weiterhin voll besetzt sind, liegt auch daran, dass beinahe jede Führungskraft es sich selbst zutraut, effektiv im Homeoffice zu arbeiten. Schauen Führungskräfte hingegen auf ihre Mitarbeiter, äußeren sie Zweifel an deren Selbstdisziplin (vgl. Hackl, Wagner, Attmer (2017): New Work, S: 138f.). Der Worst Case sieht dann aus wie bei Yahoo: 2012 ermöglicht Marissa Mayer, die damalige Yahoo-Chefin, ihren Mitarbeitern im Homeoffice zu arbeiten. Kein Jahr später beorderte sie die gesamte Belegschaft wieder zurück in die Büroräume.

Was ist passiert? Arbeiten Führungskraft, Mitarbeiter und die Teamkollegen an unterschiedlichen Orten, können sie sich – logisch – nicht täglich sehen. Technik, Datenschutz und einige Regelungen zum mobilen Arbeiten sind einigermaßen schnell geregelt, aber dann beginnt der eigentliche Teil der Arbeit. Die physische Präsenz der Beschäftigten kann nur durch eine Kultur des Vertrauens kompensiert werden. Damit mobiles Arbeiten für alle Parteien – den Mitarbeiter, die Führungskraft und das Unternehmen als Ganzes – zum Erfolg wird, ist nicht eine komplette Verregelung, sondern eine Vertrauenskultur der Schlüssel.  


Vertrauenskultur braucht Kommunikation


Eine Vertrauenskultur lässt sich jedoch nicht einfach hin zaubern. Damit sie entstehen kann und bestehen bleibt, ist eine transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten entscheidend. Äußert ein Mitarbeiter den Wunsch mobil zu arbeiten, um seinen kranken Vater vorrübergehen pflegen zu können, ist die Führungskraft mit der Herausforderung konfrontiert, die passende Lösung im Sinne des Mitarbeiters, des Teams und des Unternehmens zu finden. Der Vereinbarkeits-Trialog unterstützt Führungskräfte dabei, dieses Spannungsfeld aufzulösen.

Aber damit nicht genug. Damit Innovationskraft und Mitarbeiterzufriedenheit nicht verloren gehen, benötigen auch digitale Teams ein soziales Miteinander. Deshalb sollten Gelegenheiten für einen informellen Austausch geschaffen werden. So ist beispielsweise die gemeinsame Kaffeepause nicht nur in der Büroküche, sondern auch digital über Video-Telefonie möglich. Auch Teambildungmaßnahmen spielen eine wichtige Rolle.

Arbeiten Teams in einem Klima des Vertrauens zusammen, in der offen persönliche Belange angesprochen werden können, sinkt auch die Gefahr einer Neiddebatte. Wichtig ist es, Ausgleich zwischen den Beschäftigten zu schaffen, die die Möglichkeiten der Flexibilisierung in höherem Maße nutzen und denjenigen die überwiegend physisch präsent sind.

Bei allen Möglichkeiten die die Technik bietet, bleibt ein persönliches Gespräch unersetzlich. Die Abschaffung des Büros ist deshalb keine Möglichkeit. Eine gute Mischung aus Arbeiten im und Arbeiten außerhalb des Büros ermöglicht die Flexibilität, die sich Mitarbeiter wünschen und erhält die Innovationskraft, die Ihr Unternehmen braucht.


Welche Erfahrungen haben Sie mit mobilem Arbeiten gemacht?

Dienstag, 9. August 2016

Internettelefonie & Co.: Optimiert ins Home-Office


Aufrüsten für eine verbesserte Kommunikation bei der
berufundfamilie (©berufundfamilie Service GmbH)
Arbeit in Vollzeit, in Teilzeit, im Büro, im Home-Office, von unterwegs – alle diese Wahlmöglichkeiten sind für uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der berufundfamilie Service GmbH ein Selbstverständnis. Ein Selbstverständnis, das von immer mehr Technik gestützt wird. In unserer Arbeit brauchen wir den fortlaufenden Austasch – ob untereinander, mit unseren Kunden, unseren Partnern oder der breiten Öffentlichkeit. Wie bewerkstelligen wir das, wenn wir an unterschiedlichen Orten sind und wie bewahrt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ihre/seine Identität als Beschäftigte/r der berufundfamilie?

Mit diesen Fragen sind wir nicht alleine. Viele Arbeitgeber sinnieren darüber, wie sie Technik sinnvoll einsetzen und die Vorteile der fortschreitenden Digitalisierung für sich nutzen können. Mit Blick auf die interne Kommunikation fragen sie sich, wie sie beim Arbeiten auf Distanz Kontaktverluste unter Kollegen bzw. zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten vermeiden. Wie gelingt es, sich weder inhaltlich noch emotional voneinander zu entfernen? Wie kann Arbeiten 4.0 tatsächlich so gelebt werden, dass die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben gefördert wird? Wie verhindert man, dass eine vermeintlich ständige Erreichbarkeit zu mehr Stress als Entlastung führt?

Kommunikationstechnik: Die Vielfalt gezielt ausschöpfen


Das mittlerweile große Angebot an technischen Kommunikationsmitteln stellt Arbeitgeber vor eine Herausforderung – sprich die Qual der Wahl. Unsere Wahl lautet bislang:

E-Mail – ein Basic!

Intranet – ja, weil u.a. ein wichtiger Wissenspool für uns.

Skype – klasse, wenn Kollegen, die an unterschiedlichen Orten tätig sind, z. B. gemeinsam ein Dokument sichten oder sich bei einem Gespräch über die Distanz einfach mal sehen möchten.

Telefon – aber sicher doch! Die Digitalisierung der Fernsprechfunktion bringt einen wesentlichen Vorteil mit sich: Wer zu Hause oder ggf. von unterwegs aus seiner Arbeit nachgeht, telefoniert mit seiner gewohnten Büronummer. Mit der Internettelefonie entsteht also eine größere Unabhängigkeit vom Ort. Ein Faktor, der ganz klar auf die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben einzahlt.

Wir haben uns bereits eine Weile in der IP-Telefonie ausprobiert. Jetzt haben wir um- bzw. aufgerüstet und damit die Technik unseren Bedürfnissen stärker angepasst.

Und das ist jedem Betrieb zu empfehlen: Eruieren, welche Kommunikationstechnik die eigene Arbeit und die Arbeitsweise tatsächlich unterstützt. Nicht jedes Unternehmen braucht jede Art von Kommunikationsmittel und nicht zwingend die allerneuste Technik – schon gar nicht, um die Beschäftigten zur fortlaufenden Arbeit anzuhalten.

Digitalisierung: Personelle Belastbarkeitsgrenzen nicht überschreiten


Eine aktuelle Studie der pronova BKK deckt auf, dass sich drei von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch eine ständige Erreichbarkeit oder auch durch eine Rufbereitschaft nach Feierabend gestresst fühlen.[1] Da das nicht das Ziel der fortschreitenden Technisierung sein sollte, müssen auch weiterhin Rahmenbedingungen definiert bleiben und eingehalten werden: Arbeitszeiten in Absprache und Ruhephasen gehören eindeutig dazu.

Und noch etwas: Die Beschäftigten müssen die Technik auch beherrschen können. Kommunikationsmittel funktionieren schließlich nur so gut, wie ihre Verwender mit ihnen umgehen können.


[1] Arbeitnehmerbefragung „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“ der pronova BKK, März 2016, http://www.pronovabkk.de/presse/stu-di-en-der-pro-no-va-bkk/studie-betriebliches-gesundheitsmanagement-2016-f18693cc5397bb29#

Freitag, 5. August 2016

Was familienbewusste Personalpolitik mit Wertschätzung zu tun hat


Wertschätzung signalisieren mit Vereinbarkeit von Beruf, Familie und
Privatleben (©berufundfamilie Service GmbH, Marcel Coker)
Was macht Zufriedenheit im Job aus? Für 98 % der Deutschen ist es laut forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr eine positive Arbeitsatmosphäre, gefolgt vom Verhalten des Vorgesetzten (93 %), das Gehalt (85 %) und für 81 % die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.[1] Wir sehen: Zufriedenheit definiert sich nicht allein über die Entlohnung. Andere Faktoren der Wertschätzung sind mindestens vergleichbar entscheidend, wenn nicht entscheidender.

Dass Arbeitgeber die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik als Faktor der Wertschätzung ihrer Beschäftigten nicht unterschätzen sollten, unterstreichen die Ergebnisse der Studie „Jobzufriedenheit 2016“. Danach würden 44 % der in Deutschland Beschäftigten im kommenden Jahr ihre Arbeitsstelle wechseln wollen. Einer der wesentlichen Beweggründe ist „die fehlende Flexibilität der Unternehmen im Bereich Familienkompatibilität“.[2]

Vorstand oder Geschäftsführung: Die oberste Leitungsebene prägt den wertschätzenden Stil

Wie sagt man?: Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. Ins „Vereinbarkeitsdeutsch“ übersetzt heißt das: Die oberste Leitungsebene muss die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik als Credo ausgeben und dahinterstehen. Tut sie dies nicht, werden auch Führungskräfte das Thema nicht konsequent verfolgen. Wertschätzung sollte also schon ganz oben in der Hierarchie ausgegeben werden.

Führungskräfte: Erste Botschafter der Wertschätzung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen vor allem Wertschätzung durch ihren direkten Vorgesetzten erfahren. Geht dieser nicht auf die eigenen Belange ein, nützt es auch nichts, dass sich die oberste Leitungsebene die Anerkennung auf die Fahne geschrieben hat.

Allein wenn Führungskräfte das persönliche Gespräch suchen, ist das ein Zeichen von Wertschätzung. Selbstverständlich sind es aber auch die Inhalte, über die Wertschätzung transportiert wird. Für Führungskräfte gilt:

  • Konkret nach der Zufriedenheit bzgl. der Abläufe fragen – in Bezug auf die Vereinbarkeit heißt das: Lassen sich Beruf, Familie und Privatleben gut vereinbaren? Passen die familienbewussten Angebote zu dem Lebensstil des Beschäftigten?
  • Den persönlichen Nutzen ausloten: Was bringen dem Beschäftigten die einzelnen Maßnahmen tatsächlich?
  • Direkt nach Wünschen bzw. Bedarfen fragen: Welche individuellen Wünsche bestehen? Was ist verbesserungsfähig? Welches Angebot müsste adaptiert werden bzw. fehlt bislang?
  • Die eigene Rolle ansprechen: Was kann die Führungskraft nach Meinung des Beschäftigten tun, um ihn in der Vereinbarkeit zu unterstützen?
  • Auch die allgemeine Stimmung abtasten: Kommt das familien- und lebensphasenbewusste Angebot nach Einschätzung des Beschäftigten in der Belegschaft an? Wird aus seiner Sicht die Vereinbarkeit gelebt? Ist eventuell in der Kommunikation zu den Maßnahmen etwas zu tun?

Beschäftigte: Wertschätzung zurückspiegeln

Sagen wir es frei heraus: Wertschätzung ist keine Einbahnstraße. Beschäftigte sollten sich das vergegenwärtigen. In Bezug auf die Vereinbarkeit heißt das: Egal, in welchem Umfang sie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben nutzen, sie sollten diese auch ihren Vorgesetzten zugestehen. Nicht zu selten herrscht die Annahme vor, dass Führungskräfte aufgrund des Arbeitsvolumens Vereinbarkeitslösungen nur schwer in Anspruch nehmen können. Leider ist das auch oft der Fall. Doch Vereinbarkeit sollte für alle da sein. Idealerweise spiegeln Beschäftigte ihrem Vorgesetzen, dass sie sogar erwarten, dass dieser die Möglichkeiten ebenfalls nutzt. Vielleicht baut das bei Führungskräften ja sogar Hürden ab und sie entwickeln eine größere Selbstverständlichkeit für das eigene Erleben von Familienbewusstsein.


[1] Siehe https://corporate.xing.com/no_cache/deutsch/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailansicht/article/pressemitteilung-br-forsa-umfrage-2015-arbeite/
[2] Siehe https://www.manpower.de/neuigkeiten/studien-und-research/studie-jobzufriedenheit/ und https://www.manpower.de/neuigkeiten/presse/pressemitteilungen/