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Freitag, 5. Mai 2017

Gefragte Mitarbeiterbefragung: Vereinbarkeit ist Topthema


Im März starteten wir eine zweiteilige Kurzumfrage zur Mitarbeiterbefragung auf unserer Website. [1] Eines der Ergebnisse lautet: Die „Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben“ ist das Topthema von Mitarbeiterbefragungen – neben „Gesundheit am Arbeitsplatz“. Und: Für 77 % der Teilnehmer helfen die Resultate einer Mitarbeiterbefragung dabei, Feedback zu den eigenen Vereinbarkeitsangeboten zu erhalten. 85 % meinen, eine Mitarbeiterbefragung sei zwecks Einschätzung der Führungskultur nützlich.

Mitarbeiterbefragung zur Arbeitgeberattraktivität


Was sagt uns das? Zu einem attraktiven Arbeitgeber gehört mehr denn je eine gelingende familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik.

Und noch mehr verraten die Ergebnisse: Eine Mitarbeiterbefragung mit Fokus auf die Vereinbarkeit bietet einen verlässlichen Realitätscheck. Denn sie liefert Antworten auf Fragen wie: Wie nehmen die Beschäftigten familien- und lebensphasenbewusste Maßnahmen wahr und wie bewerten sie diese? Gelingt es den Arbeitgebern, die aktuellen Bedarfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu treffen? Und kommen die Lösungen überhaupt bei den Beschäftigten an? Unterstützen die Führungskräfte die Kolleginnen und Kollegen proaktiv bei der Vereinbarkeit?



Quo vadis Vereinbarkeit? Eine fokussierte Mitarbeiterbefragung zeigt den Weg. (©Death to Stock)

Mitarbeiterbefragung zur Weiterentwicklung des Familienbewusstseins


Die Antworten auf die Fragen zu erhalten, ist das eine. Diese zu nutzen, das andere. 62 % unserer Umfrage-Teilnehmer tun sich schwer bei dem Transfer in die Praxis. So geben 56 % an, dass es ihnen nur teilweise gelungen sei, die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung auf ihre Unternehmenssituation anzuwenden. Für 6 % ist die Anwendung sogar unbefriedigend gelaufen. Da kann der externe Blick helfen – etwa durch Auditorinnen und Auditoren der berufundfamilie. Sie helfen bei der praxisrelevanten „Übersetzung“ der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung. Zu ihnen zählt Gabriele Eylers. Ein Arbeitgeber, den sie seit 2010 mit Hilfe des audit berufundfamilie darin unterstützt, maßgeschneiderte, gewinnbringende Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zu implementieren und Vereinbarkeit in der Kultur zu verankern, führte kürzlich die Mitarbeiterbefragung durch. „Die regelmäßige Befragung der Mitarbeitenden ermöglicht einen durch Zahlen untermauerten Eindruck darüber, wie gut die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik schon funktioniert. Dadurch wird der Beitrag zu den Zielen einer Organisation messbar und die Bedarfsgerechtigkeit und Wirksamkeit der Rahmenbedingungen und Angebote kann kontinuierlich weiterentwickelt werden“, unterstreicht Gabriele Eylers. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung fließen in die Re-Auditierungen ein, im unternehmensinternen Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen werden geeignete Optimierungsmaßnahmen identifiziert.

Übrigens: Rund 85 % der Umfrageteilnehmer plant in den nächsten drei Jahren eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen. Das lässt auf viele aufschlussreiche Informationen hoffen!



Weitere Informationen zur Mitarbeiterbefragung mit Fokus auf Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben unter: http://www.berufundfamilie.de/consulting-mitarbeiterbefragung-arbeitgeberattraktivitat/mitarbeiterbefragung-arbeitgeberattraktivitaet



[1] berufundfamilie Service GmbH, „Mitarbeiterbefragung: Ihre Erfahrung ist gefragt“ (n=17)/ „Mitarbeiterbefragung: Ihre Einschätzung“ (n=13/16), Webbasierte Umfrage März/ April 2017 (Zielgruppe: Personalverantwortliche und Geschäftsführungen)

Mittwoch, 29. März 2017

Mitarbeiterbefragung: Wieso? Weshalb? Warum?... (Teil 2)

Der 2. Teil des Blogbeitrags von Patrick Frede zur Mitarbeiterbefragung beginnt mit folgender Frage:

 

Erzeuge ich nicht eine Erwartungshaltung?


Enger Zusammenhang: Arbeitgeber-
attraktivität und Vereinbarkeit von
Beruf, Familie und Privatleben
(©berufundfamilie Service GmbH)
Wir haben eine gute und eine positive Nachricht für Sie. Welche wünschen Sie zuerst?

Ja, auf jeden Fall erzeugen Sie Erwartungen. Und das ist in der Tat gut, denn das zeigt, dass sie mit einer Mitarbeiterbefragung nicht nur etwas erheben und die Sichtweise der Beschäftigten abholen, sondern eben auch aktiv etwas an diese kommunizieren. Nämlich, dass Ihnen die Themen, die Sie abfragen wichtig sind, dass diese Bedeutung und Gewicht haben. Und daraus entsteht natürlich eine Erwartungshaltung. Dies zu leugnen wäre fatal.

Die positive Nachricht ist, dass sich die zentrale Erwartungshaltung von Befragten (und häufig auch von denen, die nicht teilnehmen) nicht darauf bezieht, dass nun jeder abgefragte Aspekt eine unmittelbare Umsetzung nach sich zieht. Vielmehr entsteht bzw. besteht bei Beschäftigten die Erwartung, dass sie sich als Organisation, als Unternehmen, als Personalabteilung und/oder als Verantwortliche/r aktiv verhalten. Das bedeutet: Erfolgreiche Befragungsprozesse haben einen guten Anschlussprozess. Ergebnisse werden ehrlich und transparent dargestellt und aufgezeigt, wie diese in die weitere Gestaltung von organisatorischen und personalpolitischen Prozessen eingehen. Dies sollte schon bei der Entscheidung für und der Planung einer Mitarbeiterbefragung beachtet werden. Das Nachher sollte Vorher gedacht werden.

Wann ist eine Mitarbeiterbefragung sinnvoll?


Ganz allgemein gesagt: Eigentlich immer, wenn sie etwas wissen wollen! Und auch wenn sich die Praxis sicherlich nicht ganz so einfach darstellt, bildet diese Antwort doch einen zentralen Punkt ab. Eine Mitarbeiterbefragung sollte mit einem Anlass verbunden sein oder als Ausgangspunkt für Entwicklung dienen. Sie sollten sich also selbst die Frage stellen: „Wofür benötige ich die Ergebnisse?“ Denn Ihre Beschäftigten werden offen oder unausgesprochen genau diese Frage stellen.

Ein bekannter Spruch lautet: „Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ Wie manipulativ ist denn eine Mitarbeiterbefragung?

Letztlich steckt auch hinter dieser plakativen Provokation ein Auftrag für einen gesamten Prozess. Nicht allein die Statistik ist entscheidend, denn diese ist zunächst nur totes Datenmaterial. Sie wird erst mit Leben gefüllt, wenn sie mit Annahmen, Haltungen und Theorien verbunden und damit interpretiert wird. Und genau diese sollten von vorneherein einen prominenten Platz im Prozess einnehmen. Sie gehören in eine gründliche Vorbereitung mit den Initiator*innen und wesentlichen Stakeholder*innen einer Befragung. Eine gute Befragung benötigt also Hypothesen und Fragestellungen, die hinter den eigentlichen Fragen stehen. Diese bilden die Basis für eine spätere Interpretation der Befragungsdaten.

Wie verhält sich die Mitarbeiterbefragung zum audit berufundfamilie?


Einen elementaren Bestandteil des audit berufundfamilie bildet die Beteiligung der Beschäftigten. In den Prozessschritten erhalten Beschäftigte unterschiedlicher Gruppen und Hierarchieebenen die Möglichkeit, inhaltlich auf den Entwicklungsprozess der Organisation einzuwirken. Dies geschieht über ein Repräsentationsprinzip, so dass stets ein Teil der Beschäftigten persönlich beteiligt ist. Mit einer Mitarbeiterbefragung schaffen Sie die Möglichkeit, dies zu ergänzen und eröffnen allen Beschäftigten die Chance, Einfluss zu nehmen, indem ihre Sichtweise, ihre Meinung und auch ihr Bedarf erhoben werden kann.

Im Rahmen des audit berufundfamilie ergeben sich einige Schnittstellen oder Anlässe, zu denen eine Mitarbeiterbefragung sinnvoll sein kann:

  • Vor einer Auditierung, um einen breiten Eindruck für die Bewertung und Zielsetzung zu gewinnen
  • Während der Umsetzungsphase einer Zielvereinbarung, um eine Zwischenbewertung und weitere Ausrichtung zu ermöglichen
  • Zum Ende der Umsetzungsphase und vor einer Re-Auditierung, um Veränderungen sichtbar zu machen und Input und Orientierung für die Re-Auditierung zu generieren

Dem richtigen Timing kommt aufgrund vorhandener und intendierter Dynamiken und Entwicklungen innerhalb der Organisation Bedeutung zu.

Welche Eckpunkte können abschließend festgehalten werden?


Für uns bedarf es eines Gesamtprozesses, in den eine Mitarbeiterbefragung eingebettet ist. Dieser lässt sich auf drei wesentliche Elemente reduzieren:
  • Fundierte Vorbereitung
  • Passende Befragungsformate
  • Guter Anschlussprozess


Auditor Patrick Frede
(©berufundfamilie
Service GmbH)


Patrick Frede ist Diplom-Soziologe, Diplom-Sozialpädagoge und Auditor für das audit berufundfamilie und das audit familiengerechte hochschule. Er ist ausgebildeter Coach der Wirtschaft, Fachkraft für Personalwesen sowie Organisationsentwickler. Die Konzeption und Durchführung von Befragungsprojekten in Organisationen stellt einen Teil seiner Arbeit dar. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.







Und nun?


Die berufundfamilie Service GmbH hat ein Befragungsinstrument entwickelt, das die aufgezeigten Elemente umfasst. Sie wollen wissen wie wir das angehen? Dann freuen wir uns sehr auf Ihre Fragen: berufundfamilie Service GmbH, Barbara Herbst, Tel.: 069 7171333-151, b.herbst@berufundfamilie.de

Sie und Ihre (geplante) Mitarbeiterbefragung - Kennen Sie Teil 2 unserer Umfrage dazu? Einfach hier klicken.