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Mittwoch, 25. Januar 2017

Stark: Empowerment als Lösungsansatz für mehr Chancengleichheit von Frauen in Unternehmen


Beitrag von
Dr. Brigitte Waffenschmidt, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH

Seit geraumer Zeit begegnet mir bei meiner Beratungs- und Lehrtätigkeit vermehrt der Begriff „Empowerment“. Er tauchte zum ersten Mal im Zusammenhang der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahre 2008 auf. Denn durch das Versagen der Finanzmärkte war die Zahl der absolut armen Menschen rasant angestiegen. Betroffen waren und sind – wieder einmal – in erster Linie Frauen, insbesondere in den Ländern der Dritten Welt. Als strategischer Lösungsansatz für mehr Chancengleichheit für Frauen in Entwicklungsländern wurden „Empowerment-Konzepte“ vorgestellt, die an die Stelle der herkömmlichen Entwicklungshilfe treten sollten.

Weibliche Eigenkompetenz

Aus diesem Ursprung wurde „Empowerment“, das heute am treffendsten mit „Eigenkompetenz“ übersetzt werden könnte, zu einem Fachbegriff für strategisches Management, bei dem es um die selbstbewusste Durchsetzung und Verwirklichung von spezifischen Fraueninteressen und ‑gesichtspunkten in Unternehmen geht.

Auf mich kommen in zunehmendem Maße Führungskräfte und Personalleiter mit der Frage zu, ob und wie Empowerment als Instrument anzuwenden sei, um ein Umdenken zu der Frage anzustoßen, wie spezifisch weibliche Talente und Potentiale erkannt und gestärkt werden können.

Erfahrung aus dem audit berufundfamilie

Aus meiner Erfahrung ist eine unterstützende Unternehmenskultur die Grundvoraussetzung für gelebtes „Empowerment“. Dazu gehören die Maßnahmen der lebensphasenbewussten Personalpolitik aus den acht Handlungsfeldern des audit berufundfamilie, die Frauen ermutigen und bewegen, eigene Führungsvisionen selbst aktiv zu gestalten. Hierzu gehören aber auch die Erkenntnis und deren Umsetzung, dass Problemlösungen nicht nur im Nacheifern von Männern zu sehen sind, sondern aus eigenen Potentialen entwickelt werden können.

Auf meinem Bildungs- und Berufsweg habe ich mit Empowerment beste Erfahrungen gemacht bis hin zu der Erkenntnis, dass sich die beruflichen Anforderungen und ein ausgeprägtes Familienleben nicht konkurrierend gegenüberstehen müssen, sondern dass die zu versorgende Familie eine der Energiequellen beruflichen Fortkommens sein kann, wenn sie als Bereicherung und nicht als Belastung empfunden wird.


(©privat)
Dr. Brigitte Waffenschmidt ist Personal- und Organisationsberaterin, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH und Dozentin am Campus M21 in Nürnberg. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder im Grundschulalter.

Freitag, 20. Januar 2017

Im Dialog geht’s weiter – Langjährig erfolgreiches Familienbewusstsein wird mit dauerhaftem Zertifikat honoriert

Seit 19 Jahren können Arbeitgeber ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik mit Hilfe des audit berufundfamilie (seit 2002 mit dem audit familiengerechte hochschule) strategisch und zukunftsgerichtet gestalten. Über 1.600 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben das als mehrstufiges Verfahren angelegte audit bereits erfolgreich durchlaufen. Der stringente Prozess zielt ab auf eine wachsende Selbststeuerung des Themas Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben durch die Organisation.

Den Bedürfnissen der langjährig engagierten Arbeitgeber, deren Zahl stetig zunimmt, entspricht die berufundfamilie Service GmbH jetzt mit einem neuen Verfahren – dem Dialogverfahren. Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, erläutert, was es mit der Neuerung auf sich hat.

Herr Schmitz, es wird zukünftig für langjährig familienbewusste Arbeitgeber ein Zertifikat zum audit berufundfamilie geben, das einen dauerhaften Charakter hat. Eine Innovation bei der berufundfamilie. Was steckt dahinter?

Entscheidend für diese Neuerung ist der hohe Entwicklungsstand, den sich Arbeitgeber im Rahmen des audit-Prozesses über viele Jahre in ihrer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik erarbeitet haben. Da bei den kontinuierlich aktiven Arbeitgebern eine Verankerung des Engagements in der Unternehmenskultur stattgefunden hat, möchten wir dies mit einem Zertifikat honorieren, das einen dauerhaften Charakter hat.

Wenn es nicht zu wesentlichen Veränderungen in der Organisation oder der Kultur kommt, wird das Zertifikat nicht „in Frage“ gestellt. Allerdings ist es zur Sicherung der Qualität alle drei Jahre mit dem Dialogverfahren zu bestätigen.


audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule: Die Organisation wächst mit dem audit. Und: Das audit passt sich der Organisation an. (©berufundfamilie Service GmbH)

Warum das Dialogverfahren?  

Für Arbeitgeber, die ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik seit vielen Jahren leben, ist es entscheidend, ihren hohen Entwicklungsstand zu pflegen und in einzelnen ausgesuchten Bereichen das Optimierungspotenzial zu nutzen. Genau hier setzen wir jetzt mit dem Dialogverfahren an. Wenn man so will, entlassen wir die Arbeitgeber in die „familienbewusste Selbständigkeit“ und geben ihnen zum Qualitätserhalt ihres Engagements das Dialogverfahren an die Hand, in dem wir selbstverständlich als Berater weiterhin an ihrer Seite sind. So können sie sicherstellen – gerade auch in Zeiten des Changemanagement – in Sachen Vereinbarkeit am Ball zu bleiben und deren betriebswirtschaftliche Effekte nutzen zu können: geringere Krankheitsquoten, geringere Fehlzeiten usw.

Was ändert sich denn im Vergleich zum bisherigen audit-Prozess und wie sieht das Dialogverfahren aus?

In dem mehrstufigen audit-Verfahren folgen nach der ersten Auditierung wie bisher auch im dreijährigen Turnus zwei Re-Auditierungen. Daran schließt sich jetzt das Dialogverfahren an. Vorher gab es das Sicherungsverfahren, das so oft wie gewünscht wiederholt werden konnte und eine umfangreichere Re-Auditierung darstellte.

Oliver Schmitz, Geschäfstführer der berufundfamilie Service GmbH,
informiert über das Dialogverfahren. (©berufundfamilie Service GmbH)
Im Rahmen des Dialogverfahrens, das also erstmalig nach der Zusammenarbeit von neun Jahren angewendet werden kann, wird dem Arbeitgeber die eigenverantwortliche Steuerung und Gestaltung der Vereinbarkeit überlassen – und das in schlanker und zugleich bedarfsgerechter Form: Das Dialogverfahren besteht u. a. aus der Erfassung der Informationen zur Organisation, ihrer Strukturdaten und Kennzahlen und der Durchführung eines Dialogtags, dessen Format in Absprache mit der Auditorin bzw. dem Auditor individuell wählbar ist. In einem Handlungsprogramm werden die selbst definierten Aufgaben dokumentiert.

Das Dialogverfahren ist in Kooperation mit auditierten Unternehmen, Institutionen und Hochschulen entwickelt worden. Diesen Dialog, der daraus entstanden ist, möchten wir beibehalten und im engen Kontakt bleiben, um hier weitere Angebote zu entwickeln die auch für sehr erfahrene Arbeitgeber attraktiv sind und weiterhin Mehrwerte schaffen.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Mit Vorsatz: Mehr Zeit für Familie und Freunde in 2017


Neues Jahr, neues Glück und der ewige Versuch, selbst ernannten Vorsätzen nachzukommen. Immerhin 37 % der Deutschen haben laut einer Umfrage von YouGov und Statista Vorsätze für das Jahr 2017.[1] Für 60 % kann alles beim Alten bleiben und 3 % sind noch unsicher, was gute Vorsätze angeht. 1.099 Deutsche ab 18 Jahren gaben zu ihren Vorsätzen zwischen dem 16. und 20. Dezember 2016 Auskunft.

Hier die Top 8 der Vorsätze für 2017

Auf Platz 1 der Klassiker: 50 % der Deutschen planen, in 2017 mehr Sport zu treiben. Die kalorienreiche Adventszeit spielt hier sicherlich immer wieder eine motivierende Rolle.

Und damit wären wir auch schon auf Platz 2 der Rangliste: 46 % der Befragten möchten in 2017 an Körpergewicht verlieren.

Vielleicht hilft dabei der Vorsatz, der es auf Platz 3 geschafft hat: 41 % der Deutschen haben sich eine gesündere Ernährung zum Ziel gesetzt.

27 % der Befragten haben mit Platz 4 die Finanzen im Blick: Sie nehmen sich vor, im Jahr 2017 weniger Geld auszugeben bzw. sparsamer zu sein.

Zeit für Privates


Ein guter Vorsatz: Mehr Zeit mit der Familie verbringen (©berufundfamilie gGmbH)
Für mehr als ein Fünftel der Deutschen – nämlich 22 % – steht mehr Zeit mit der Familie auf dem Programm. Dieser Vorsatz rangiert auf Platz 5, gefolgt von dem Vorhaben, mehr Zeit mit den Freunden zu verbringen. Freunde stehen auf Platz bei 18 % hoch im Kurs. 40 % der Befragten möchten demnach mehr Zeit in persönliche private Kontakte und Erlebnisse mit Family and Friends investieren. Eine gute Voraussetzung für das Gelingen: Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.

Die letzten Plätze richten sich gegen altbekannte Laster: Auf Platz 7 steht der Vorsatz, das Rauchen aufzugeben. 13 % haben sich dies vorgenommen. Gerade mal 11 % möchten weniger Alkohol konsumieren – Platz 8 der Neujahrsvorsätze 2017.


Die berufundfamilie Service GmbH wünscht ein gelingendes 2017 – ob nun mit oder ohne Vorsätze.


[1] https://de.statista.com/infografik/7335/neujahrsvorsaetze-der-deutschen-fuer-2017/

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Entscheide dich endlich

Der 31. Dezember ist nicht nur der letzte Tag im Jahr, er ist auch der weltweite Entscheide-dich-endlich-Tag. Wer die Entscheidung getroffen hat, den Entscheide-dich-endlich-Tag ins Leben zu rufen, ist unbekannt. Bekannt ist aber immerhin die Intention: Mit bislang nicht getroffenen Entscheidungen soll zum Jahresende abgeschlossen werden, um ohne offene Fragen ins neue Jahr starten zu können. Letztendlich geht es darum, sich mit der Entscheidung im Rücken auf die Verfolgung eines Ziels konzentrieren zu können.[1]

Nicht Entweder-Oder sondern Und


Eine Entscheidung zu treffen heißt oft auch, zwischen Optionen zu wählen. Das wäre dann die klassische Entweder-Oder-Entscheidung. Genau diese können wir in diesen Szenarien antreffen:

Junges Paar in der Rush-hour des Lebens und damit mitten in der Karriere- und Familienplanung.

Erfahrener Mitarbeiter, dessen Vater pflegebedürftig wird.

Wie sollen sie sich entscheiden? Entweder für den Beruf und gegen ein Kind bzw. die persönliche Pflege des Vaters? Oder sollte ein Partner die Erwerbstätigkeit aufgeben, um sich um das Kind kümmern zu können?

Ein Entweder-Oder ist oft allein aus finanziellen Gründen nicht möglich. Eine komplette Aufgabe der Erwerbstätigkeit ist in den seltensten Fällen machbar. Die Existenz will schließlich gesichert sein. Eine Berufstätigkeit ist zudem Teil der Selbstbestimmung und vielen wichtig für ihr Selbstwertgefühl. Dennoch: Die privaten Aufgaben und Wünsche sind vorhanden und können und sollen nicht klein geredet werden.



Entscheidung für Beruf und Familie (©berufundfamilie gGmbH)


Es muss also ein Und in der Beruf-Familie-Entscheidung geben. Zeitgemäßer ist ein „Beruf und Familie“ und damit die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Diese kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Nicht bei Jeder/ Jedem sieht die Vereinbarkeit gleich aus. Eine Und-Entscheidung setzt Ausgestaltungsspielraum voraus.




Das individuelle Und


Warum? Entscheidungen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben basieren auf variablen Umständen: Zu diesen zählen das Geschlecht der Beschäftigten, das Lebensalter, die berufliche Phase und auch die familiären Umstände. Aber mehr noch: Einen entscheidenden Einfluss nimmt der individuelle Lebensentwurf der/ des Beschäftigten.[2]

Diese beiden Personen werden vermutlich unterschiedliche Vorstellungen von ihrer persönlichen Vereinbarkeit haben:

Die verheiratete 50-jährige Mitarbeiterin, die einen hohen Wunsch nach beruflicher Sicherheit hat, deren Kinder aus dem Haus sind und deren Mutter bei ihr lebt. Sie könnten Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Arbeitsorts besonders ansprechen.

Die 28-jährige Beschäftigte ohne familiäre Aufgaben, die auf ihre Selbstverwirklichung im Beruf fokussiert ist. Sie lebt in einer Fernbeziehung und wünscht sich daher längere Urlaube. Für sie könnte ein Arbeitszeitkonto besonders interessant sein.


Halten wir fest: Vereinbarkeit ist eine individuelle Entscheidung für Beruf und Familie. Entscheiden wir uns also für das Und.



[1] Vgl. http://www.kleiner-kalender.de/event/entscheide-dich-endlich-tag/60122.html [2] http://www.berufundfamilie.de/arbeitgeberattraktivitaet/lebensentwuerfe-personalpolitik, http://vereinbarkeit2020.berufundfamilie.de/