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Freitag, 12. Januar 2018

Neuer Stufenplan „Beruf und Pflege“ – Schritt für Schritt zur pflegebewussten Personalpolitik

Neuauflage des Stufenplans "Beruf und Pflege" - unterstützt Arbeitgeber beim Einstieg in und beim Ausbau einer pflegebewussten Personalpolitik (©berufundfamilie Service GmbH)

Bei den Einen passiert es schleichend, bei den Anderen ganz abrupt. 2,9 Mio. Menschen waren in 2015 in Deutschland pflegebedürftig. Die deutliche Mehrheit von ihnen, nämlich 73 %, wurde zu Hause versorgt. Knapp die Hälfte - 1,38 Mio. - wurde allein durch ihre Angehörigen gepflegt. Diejenigen, die sich um ihre Angehörigen kümmern, sind zum Großteil berufstätig. Rund 30 % von ihnen arbeiten sogar in Vollzeit, rund 33 % in Teilzeit oder auf Stundenbasis.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu leben, ist also für viele Beschäftigte in Deutschland Alltag. Aus gutem Grund stufen immer mehr Arbeitgeber eine pflegebewusstePersonalpolitik als hochrelevant ein. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist auch im audit berufundfamilie und audit familiengerechte hochschule nicht mehr wegzudenken. Regine Steinhauer, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH, weiß: „Werden Arbeitgeber nach  Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gefragt, sind viele Fragezeichen zu sehen: Wie gehen wir das Thema an? Wie können Lösungen aussehen? Wie bleiben wir am Thema dran und können damit wachsen? All diese Fragen verdeutlichen das „How-to-Problem“. Und genau dies greift der Stufenplan auf.“
 
Ziel des Stufenplans

Um Arbeitgeber bei der Beantwortung ihrer Fragen zu unterstützen, bietet die berufundfamilie jetzt eine Neuauflage des 2011 zum ersten Mal erschienenen Stufenplans Beruf und Pflege an - und berücksichtigt dabei die aktuellen Entwicklungen in der pflegebewussten Personalpolitik. Auf systematische Weise unterstützt der Stufenplan Arbeitgeber, die noch am Anfang stehen und gibt auch solchen nützliche Impulse, die sich schon länger mit der pflegebewussten Personalpolitik beschäftigen und es geschafft haben, das Pflegethema in der Unternehmenskultur zu verankern.

Vorteile des Stufenplans
  • Der Stufenplan ist ein praktisches Servicetool
  • Er wurde von Experten unter Einbezug von Erfahrungen verschiedener Arbeitgeber entwickelt. 
  • Er enthält 100 mögliche Lösungen einer pflegebewusste Personalpolitik. 
  • Er erleichtert den Einstieg und gibt nützliche Impulse für „Profis“ einer pflegebewussten Personalpolitik.
  • Er unterstützt Arbeitgeber, Maßnahmen im Blick zu behalten und an der richtigen Stelle nachzujustieren.

Über drei Stufen von der Maßnahmenebene zur pflegebewussten Unternehmenskultur



Wichtig für das Gelingen: Das Thema Pflege sichtbar 
machen. (©berufundfamilie gGmbH)
Der neue Stufenplan enthält 100 Maßnahmen, die über drei Stufen in zehn Handlungsfeldern (1. Information und Kommunikation, 2. Pflegebewusste Führung / Kultur, 3. Arbeitszeit, 4. Arbeitsorganisation, 5. Arbeitsort, 6. Beratung für Pflegende, 7. Personalentwicklung, 8. Gesundheitsförderung / -management, 9. Finanzielle Unterstützung, 10. Services) geclustert sind.



1. Stufe: Impulse erhalten


Die erste Stufe gibt Impulse, die den Einstieg erleichtern, um eine pflegebewusste Personalpolitik aufzubauen. Außerdem wird die Frage berücksichtigt, wie die Kommunikation zur Pflege aktiv vorangetrieben werden kann. Arbeitgeber können für den Einstieg beispielsweise das Thema im Mitarbeitergespräch integrieren, bei der Urlaubsplanung pflegende Beschäftigte berücksichtigen oder Kooperationen mit Dienstleistern für Senioren-Services eingehen.

2. Stufe: Angebote und Prozesse weiterentwickeln

Ist der Einstieg in die pflegebewusste Personalpolitik geschafft, wird die zweite Stufe relevant. Diese gibt Arbeitgebern Tipps für Maßnahmen, mit denen die betrieblich gestützte Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ausgebaut werden kann. Jetzt ist es an der Zeit, beispielsweise Seminare für Pflegende und Kontakthalteprogramme für Beschäftigte in familiärer Auszeit anzubieten oder Ihr Engagement für eine Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in die Öffentlichkeitsarbeit einzubinden.

3. Stufe: Pflegebewusste Unternehmenskultur stärken

Die Maßnahmen die in der dritten Stufe zusammengefasst sind, zielen auf die Stärkung der pflegebewussten Unternehmenskultur ab. Um dies zu verwirklichen, ist es etwa wichtig die Unternehmensleitung und Führungskräfte einzubinden, indem sie als Botschafter und/ oder Vorbilder nach außen wie nach innen auftreten.

UNSERE TIPPS:
Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen den Bedarf pflegebewusster Maßnahmen! Als Datengrundlage können zum Beispiel eine Altersstrukturanalyse, personalwirtschaftliche Kennzahlen (z. B. Krankenstand) sowie eine Bedarfsabfrage unter pflegenden Beschäftigten, z. B. in Führungsrunden oder über Mitarbeiterbefragungen, dienen.

Außerdem: Evaluieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Angebote. Passen die Angebote in den Feldern Arbeitszeit, -ort, -organisation noch zu den Bedarfen der Mitarbeiter und entsprechen sie den Lebensentwürfen bzw. -stilen der Beschäftigten?


Der Stufenplan "Beruf und Pflege" steht als kostenloser Download unter folgendem Link zur Verfügung. http://berufundfamilie.de/arbeitgeberattraktivitaet/beruf-und-pflege
 

Freitag, 21. Juli 2017

Schnell bewerben!: Otto Heinemann Preis zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege


Vorbilder für eine pflegefreundliche Arbeitswelt gesucht! (©spectrumK)

Der Countdown läuft: Noch bis zum 28. Juli 2017 können sich Unternehmen für den Otto Heinemann Preis bewerben. Der von spectrumK in Kooperation mit den Spitzenverbänden der Betriebskrankenkassen (BKK) und der Innungskrankenkassen (IKK) ausgelobte Preis zeichnet Unternehmen aus, die vorbildliche Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege entwickelt haben. Ziel ist es, Beispiele guter Praxis zu honorieren und gleichzeitig anderen Unternehmen Anregungen zu geben.

Wer wird gesucht?

Das ist dringend notwendig, denn: Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) leben 1,9 Millionen Menschen in Deutschland den Spagat zwischen ihrem Beruf und der Pflege eines Angehörigen. Fehlt diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Unterstützung durch den Arbeitgeber, drohen sie – oft auch längerfristig – auszufallen. Für Unternehmen gewinnt die Unterstützung Ihrer Beschäftigung bei der Bewältigung der Doppelbelastung „Beruf und Pflege“ an Bedeutung.

Der Wettbewerb richtet sich an alle Unternehmen mit Beschäftigten in Deutschland. Vergeben werden die Preise in drei Kategorien: Unternehmen bis 500 Mitarbeiter*innen (Vollzeitkräfte), Unternehmen mit 501-2.000 Mitarbeiter*innen und Unternehmen ab 2.001 Mitarbeiter*innen. Der Jury, die die jeweils drei vorbildlichsten Projekte in jeder Kategorie ermittelt, gehören u.a. Vertreter zentraler Wirtschaftsvereinigungen wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an. Wie im Vorjahr ist zudem auch Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, Mitglied der Jury.

Wie läuft die Bewerbung?

Engagierte Unternehmen bewerben sich im ersten Schritt über ein Online-Formular unter www.otto-heinemann-preis.de. Weitere Informationen, die der Bewertung dienen, geben sie anschließend über einen kompakten Fragebogen an.

Wann ist die Preisverleihung?

Die Preisverleihung zum Otto Heinemann Preis findet am 9. November 2017 im Rahmen der 4. Berliner Pflegekonferenz statt. Die Endrundenteilnehmer feiern mit Initiatoren, Jury und Publikum im Westhafen Event & Convention Center. Übrigens: Die ersten Preisträger 2016 waren das Amtsgericht Offenbach, die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die mittelständische EJOT HOLDING aus Bad Berleburg.

Weitere Informationen unter www.otto-heinemann-preis.de.