Mittwoch, 15. November 2017

Internationaler Männertag: Mann kann vereinbaren


Selbstverständlich! – vereinbaren Männer Beruf, Familie und Privatleben (©Death to Stock)

Am 19. November feiern wir den Internationalen Männertag. Eigentlich wurde er am 7. Februar eingeführt und zwar im Jahr 1992 von Thomas Oaster, Direktor des Missouri Center for Men’s Studies an der University of Missouri. Sieben Jahre später rutschte der Awareness-Tag im November, behielt aber seine ursprüngliche Intention: das Bewusstsein für Benachteiligungen von Jungen und Männern in den Bereichen Bildung, Familienrecht, Medien und Gesundheit zu stärken.

Was die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben angeht, kann bei Männern nicht von einer Benachteiligung im eigentlichen Sinne gesprochen werden, aber sicherlich von Nachholbedarf. Die Studie Vereinbarkeit 2020 ergab beispielsweise, dass lediglich 18 % der Befragten (Männer wie Frauen) der Aussage „Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben im Unternehmen gilt für Väter“ voll zustimmen.

Familienbewusstsein contra Karriere?


„Wollen aber nicht können“ scheint das Stichwort zu sein: Männer würden zwar gerne mehr für familiäre Aufgaben da sein, stoßen aber an die Grenzen des Machbaren. Die Gründe sind vielschichtig. Der Väterreport des Bundesfamilienministeriums (2016) und die 361° A.T. Kearney-Familienstudie „Vereinbarkeit wagen“ (2015) verraten:
  • Nur 14 % der Eltern verwirklicht ein partnerschaftliches Modell – Familie ist zumeist Aufgabe der Frau
  • 1/3 der Männer hat noch keine familienbewusste Maßnahmen genutzt
  • Fast jeder 5. Vater hätte gerne Elternzeit genommen, hat aber aus Angst vor Einkommensverlusten und/oder beruflichen Nachteilen sowie organisatorischen Problemen im Betrieb darauf verzichtet
  • ¼ der Männer sorgt sich, dass bei Inanspruchnahme familienbewusster Angebote
    • die zukünftige Karriere gefährdet sei
    • sie zukünftig mit inhaltlich weniger attraktiven Aufgaben beauftragt würden oder
    • ihre beruflichen Leistungen von Vorgesetzten schlechter wahrgenommen würden
  • Nur 36 % der Männer glaubt, dass eine 80-bis-90-%-Stelle für Männer in Unternehmen bereits akzeptiert ist
Dass „Mann vereinbaren kann", zeigen Beispiele von Arbeitgebern, die nach dem audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule zertifiziert sind.

Die Universität des Saarlandes stellt beispielsweise in ihrem Intranet den „Vater des Monats“ vor. Regelmäßig berichtet in der Rubrik ein an der Hochschule tätiger Vater über persönliche Erfahrungen mit der Vaterschaft und auch mit der Vereinbarkeit. Mit dieser Aktion stärkt die Hochschule das Selbstverständnis für Männer, die Familie und Beruf gleichermaßen leben möchten.

Mit Vorbildern arbeitet auch die Aspen Bad Oldesloe GmbH. Der Generikahersteller hat in seinem Newsletter unter der Überschrift „Beruf und Familie“ eine Interviewreihe etabliert, in der Mitarbeiter – Männer wie Frauen – über Erfahrungen berichten, wie es ihnen erfolgreich gelingt, Beruf, Familie und Privatleben unter einen Hut zu bringen und welchen Beitrag Aspen als Arbeitgeber bei der Realisierung geleistet hat.

Die auf Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungs-Software spezialisierte DATEV eG wendet sich mit dem „Väterbrief“ direkt an werdende Väter. Jeder (werdende) Vater erhält spätestens mit Einreichen der Geburtsurkunde – meist aber schon ½ Jahr vor der Geburt – den Väterbrief. Der Brief enthält ein umfassendes Informationspaket zu den familienorientierten Angeboten und Regelungen im Unternehmen, u.a. zu der Gewährung von zwei Tagen Sonderurlaub und zur Geburtsbeihilfe in Höhe von 500 EUR. Zudem ist ein Musterantrag zur Elternzeit beigefügt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Durch die explizite Ansprache von Vätern setzt DATEV ein klares Signal, dass die Inanspruchnahme familienbewusster Maßnahmen durch Männer vom Unternehmen unterstützt wird.

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf organisiert über ihr FamilienBeratungsBüro seit dem Jahr 2009 Veranstaltungen und bietet eine Plattform für Väter und Kinder Hochschule. Väter sollen aktiv in ihrer Rolle unterstützt werden. Angesprochen sind alle Väter – also Familienväter, allein erziehende oder von der Partnerin und Kind getrennt lebende Väter. Ein „Renner“ ist mittlerweile der Wandkalender „VäterZEIT“, der 2009 zum ersten Mal von der Gleichstellungsbeauftragten aufgelegt wurde. Der aktuelle Kalender zeigt acht Fotos von Vätern und deren Kindern aus der Heinrich-Heine-Universität.

Freitag, 10. November 2017

Fachforum "Arbeit und Alter": Lösungen aus der Wissenschaft, Beratersicht und Arbeitgeberpraxis




(Altersgemischte Teams sind innovativ
©berufundfamilie Service GmbH)

Während viel darüber gesprochen wird, was Unternehmen bieten müssen, um die Generation Z von sich zu überzeugen, drängt eine weitere Herausforderung: Die Babyboomer-Generation, also diejenigen die zwischen 1955 und 1969 geboren sind, stellt einen großen Teil der Erwerbstätigen und geht auf das Rentenalter zu. Während die einen noch einige Jahre arbeiten müssen, planen die anderen schon die Zeit nach der Arbeit.

Zum Fachforum „Arbeit und Alter“ kamen am 08. November 2017 Arbeitgeber verschiedener Branchen, Größen und aus unterschiedlichen Regionen zusammen. Trotz ihrer Diversität bewegten sie ähnliche Fragen:

  • Welche Lösungen können der demografischen Entwicklung entgegen setzen?
  • Welche Potenziale haben erfahrene Beschäftigte und wie können diese genutzt werden?
  • Wie kann das Erfahrungswissen im Unternehmen erhalten bleiben?
  • Und wie können Arbeitgeber Übergänge bis zur Rente oder sogar darüber hinaus gestalten? 

 

Input aus Wissenschaft, Beratersicht und Arbeitgeberpraxis


Das Fachforum beleuchtete diese Fragen aus drei Perspektiven: 1. Wissenschaft, 2. Beratersicht und aus der 3. Arbeitgeberpraxis.

Herr Prof. Michael Dr. Falkenstein, Direktor des Instituts für Arbeiten, Leben, Altern (ALA) erläuterte aus der wissenschaftlichen Sicht, welche Maßnahmen Arbeitgeber ergreifen können, um erfahrene Beschäftigte mental leistungsfähig zu halten. Gute Führung, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement und ein regelmäßiges Feedback sind laut Prof. Dr. Falkenstein wichtige Bausteine, die die Arbeitslust und damit die Arbeitsfähigkeit erfahrener Beschäftigter steigern. 

Martin Volz-Neidlinger ergänzt die wissenschaftliche Perspektive durch seine langjährige Erfahrungen als Berater. Im Hinblick auf den Umgang mit erfahrenen Beschäftigten benennt er drei zentrale Themenfelder:
  1. Es fehlt den Unternehmen das passende Wording, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Soll von „Alten“, „Älteren“, „Erfahrenen“ oder von „Personen 50+“ gesprochen werden?
  2. Wenn es um die Kategorie „Alter“ geht, wird diese kalendarisch gedacht. Jedoch fühlen sich nicht alle zum Beispiel 50jährigen gleich alt. Damit Unternehmen ihre Zielgruppe erreichen, sollten sie das „gefühlte Alter“ der Mitarbeiter mitdenken.
  3. Geht es darum zu entscheiden, welche Angebote erfahrene Beschäftigte brauchen, ist es ratsam die Zielgruppe einzubinden und mitentscheiden zu lassen. Martin Volz-Neidlinger empfiehlt Arbeitgebern ein strategisches Generationenmanagement zu verfolgen, welches die einzelnen Lebensphasen der Beschäftigten im Blick hat. 
Aus der Praxis berichteten drei unterschiedliche Arbeitgeber von ihrer aktuellen Situation und den Lösungen die sie gefunden haben. Diese drei Arbeitgeber stellten unter anderem folgende Lösungen vor:  

Landesverwaltung HessenForst

Um für seine Beschäftigten den Übergang in die Rente gut zu gestalten und Wissen zu halten, setzt der Landesbetrieb HessenForst unter anderem auf ein Mentorenprogramm zwischen jungen und erfahrenen Kollegen. Das Besondere: Die Mentorenschaft erfolgt auf Augenhöhe. Während der erfahrene Beschäftigte sein Wissen an den jüngeren Kollegen weitergibt, profitiert der ältere Beschäftigte durch das Wissen seines jungen Mentees. 

Universitätsklinikum Münster

Mehr als 10.000 Ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungsangestellte sind am Universitätsklinikum Münster beschäftigt. Um den unterschiedlichen Ansprüchen der vielen Beschäftigtengruppen hinsichtlich ihres Alter und ihrer Lebensphase gerecht zu werden, bietet das Universitätsklinikum Münster unter anderem 120 Dienstmodelle und einen einzigartigen Springerpool an. 

Thomas Magnete

Das Familienunternehmen ist in den letzten Jahrzehnten beeindruckend rasant gewachsen und hat dabei seine Mitarbeiter*innen fest im Blick. Obwohl die Belegschaft recht jung ist, hat das Unternehmen eine Betriebsvereinbarung über die Gestaltung alters- und alternsgerechter Arbeit geschlossen. Das Ziel der Betriebsvereinbarung ist unter anderem die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsbedingungen und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Um zu evaluieren, ob die umgesetzten Maßnahmen auch greifen, führt das Unternehmen alle zwei Jahre eine Demografie Analyse durch.  

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Referentinnen und Referenten, den konstruktiven Austausch über den Tellerrand hinaus und freuen uns auf die nächsten spannenden Fachforen.

Sie möchten in Ihrem Unternehmen alle Generationen mit einer lebensphasenbewussten Personalpolitik ansprechen. Wir unterstützen Sie mit Weiterbildungsangeboten oder eine Inhouse-Schulung.  Interessiert am Thema „Arbeit und Alter“. Inhouse Schulung oder Weiterbildungsangebote der berufundfamilie hier. Oder rufen Sie uns an: 069 7171333-170


Dienstag, 7. November 2017

51 Arbeitgeber erfolgreich zertifiziert!


Die berufundfamilie zeichnet familien- und lebensphasenbewusste Arbeitgeber aus
(©berufundfamilie Service GmbH)




Die berufundfamilie gratuliert 20 Unternehmen und 25 Institutionen und sechs Hochschulen zu ihrem Zertifikat audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule. Am 31. Oktober wurden die Zertifikate erteilt. Für die kommenden drei Jahre zählen sie zu den knapp 1.000 zertifizierten Unternehmen, Institutionen und Hochschule und dem starken Netzwerk familien- und lebensphasenbewusster Arbeitgeber.

Das Zertifikat belegt ihr Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. In mehreren Workshops haben Führungskräfte und eine repräsentative Gruppe der Belegschaft konkrete Maßnahmen erarbeitet, die die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium Familie und Privatleben erleichtern sollen. Für die Zertifikatsträger bedeutet dies: Statt sich nach erfolgreicher Zertifizierung zurückzulehnen, heißt es nun, die mit der berufundfamilie vereinbarten Ziele und Maßnahmen umzusetzen.

Welche Arbeitgeber wurden ausgezeichnet?


Fünf der frisch zertifizierten Arbeitgeber (ein Unternehmen, drei Institution und eine Hochschule) haben erstmals das audit erfolgreich durchlaufen und starten nun in die Umsetzung ihrer ersten Zielvereinbarung. Die weiteren Arbeitgeber haben sich nach drei Jahren erneut dazu entschieden, mit dem audit die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zu verbessern.
„Die konstant hohe Re-Auditierungsquote belegt, dass Arbeitgeber mit dem audit berufundfamilie bzw. das audit familiengerechte hochschule ihre Ziele einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik erreichen. Über 85 % unserer Zertifikatsträger entscheiden sich nach drei Jahren dafür, weiter mit uns zusammenzuarbeiten, um ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken“, freut sich Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH.

Folgende Arbeitgeber können sich über eine erfolgreiche Zertifizierung freuen:

 

Zertifikat 1

  • AVR Kommunal GmbH - einschließlich AVR Gebäude Service GmbH
  • Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen
  • Landtag Brandenburg
  • Sanitätsakademie der Bundeswehr
  • Schwesternverband - inkl. Saarländischer Schwesternverband e.V., Schwesternverband gGmbH, Saarländischer Schwesternverband Betriebsges. gGmbH, Schwesternverband ambulante Pflege gGmbH, Diakonissenhaus Nonnenweier Pflege und Ausbildung gGmbH

    Zertifikat 2

      • Bundespolizei - das Bundespolizeipräsidium, die seit 2010 auditierten BPOLDen Flughafen Frankfurt/M. und Stuttgart, die BPOLDen Bad Bramstedt, Hannover, Sankt Augustin, Koblenz, München, Pirna, Berlin und 11, die Bundesbereitschaftspolizei und die Bundespolizeiakademie
      • DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
      • Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH
      • SEITENBAU GmbH - mit Tochterfirma rukzuk AG
      • Sparkasse Heidelberg
      • Technische Werke Ludwigshafen - Gesellschaften TWL AG, ERN GmbH, KNS GmbH, TWL Metering GmbH, Ensys GmbH
      • TML Technik GmbH
      • Unternehmensgruppe Mainzer Stadtwerke - Mainzer Netze GmbH, Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG), Mainzer Stadtwerke Vertrieb und Service GmbH
      • Waldkrankenhaus 'Rudolf Elle' GmbH
      • Wolfsburg AG

         

        Zertifikat 3

          • BBBank eG
          • Deutsches Institut für Ernährungsforschung
          • DIW Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
          • Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg
          • regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbh
          • REWE Markt GmbH, Zweigniederlassung Ost - Verwaltung Vollsortiment im Verbund mit der Logistik der Standorte Teltow, Nossen, Oranienburg, Neudietendorf, Berlin-Mariendorf
          • Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück
          • Sparkasse Tauberfranken
          • Sparkasse Vogtland
          • Stadt Fellbach - Stadtverwaltung Fellbach, Schwabenlandhalle Fellbach Betriebsgesellschaft mbH, Stadtwerke Fellbach GmbH
          • Stadtsparkasse Schwedt/Oder
          • Stadtverwaltung Ludwigsburg
          • Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH - Mutterkonzern ohne Tochterunternehmen

             

            Zertifikat 4

              • DEA Deutsche Erdoel AG
              • Deutsche Bank AG
              • Evangelische Landeskirche in Baden - Oberkirchenrat
              • Fachverband Biogas e.V.
              • Frankfurter Buchmesse GmbH
              • Freie Universität Berlin
              • Hellmann Worldwide Logistics GmbH & Co. KG
              • Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V.
              • Investitions- und Förderbank Niedersachsen - NBank
              • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
              • MediClin Seepark Klinik
              • Ostsächsische Sparkasse Dresden
              • Staatsministerium Baden-Württemberg
              • Westfälische Wilhelms-Universität Münster
              • WITTENSTEIN SE

                 

                Zertifikat 5

                  • Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration
                  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
                  • Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. - Hauptgeschäftsstelle
                  • Hochschule Wismar - University of Applied Sciences: Technology, Business and Design
                  • Landkreis Emsland
                  • Universität Hohenheim

                   

                  Zertifikat 6

                    • Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart
                    • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg