Montag, 14. September 2026

Das Puzzle für individualisierte Lösungen: Bedarfsgerechte Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ermöglichen

Vereinbarkeitswünsche werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst – auch bzgl. der privaten Pflege. Sie zu berücksichtigen hilft,
zu passgenauen und tragfähigen Lösungen zu gelangen 
(Foto: Chris Abatzis on deathtothestockphoto.com, Puzzle: berufundfamilie Service GmbH)

Pflege ist nicht gleich Pflege. Vereinbarkeit ist nicht gleich Vereinbarkeit. Privat pflegende Beschäftigte haben unterschiedliche Vorstellungen, wie sich für sie die berufliche mit der privaten Aufgabe am besten vereinbaren lässt. Wir haben die wesentlichen Einflussfaktoren in fünf Cluster unterteilt und zu einem Puzzle zusammengestellt. Hinterlegt mit beispielhaften Leitfragen bieten wir das Puzzle kostenfrei als Arbeitshilfe für Personalverantwortliche und Führungskräfte an. Weitere Infos gibt es hier.

In unserem 2024 erschienen Info-Booklet „Die unterschiedlichen Gesichter der Pflege – und ihrer Vereinbarkeit mit dem Beruf“ hatten wir sie bereits vorgestellt: die Faktoren, die beeinflussen, welche Angebote zur Stärkung der Work-Care-Balance von den einzelnen Beschäftigten als passend empfunden werden. Warum deren Berücksichtigung so wichtig ist? Weil zu einem der Pflegeaufwand von Fall zu Fall variiert und äußere Faktoren, Persönlichkeitsaspekte und nicht zuletzt die berufliche Situation oftmals zu individuellen Wünschen bzgl. der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege führen.

Die Liste der Einflussfaktoren haben wir jetzt in einem gesonderten Arbeitsblatt mit Beispielfragen zusammengeführt, die Personalverantwortliche bzw. Führungskräfte dabei unterstützen sollen, gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitenden passgenaue und tragfähige Vereinbarkeitslösungen zu finden. Die Faktoren sind in folgende 5 Cluster gegliedert:


Äußere Faktoren

  • Geschlecht
  • Alter
  • Lebensphase
  • Familienstand/ Lebenssituation
  • Finanzielle Ressourcen
  • Mobilität
Persönlichkeitsfaktoren
  • Lebensentwurf/ Werte/ Einstellung
  • Hobby/ Ehrenamt
  • Eigene Gesundheit (physisch/ mental)
Berufliche Situation
  • Position/ Funktion
  • Aufgaben
  • Arbeitszeit & Arbeitsort
Pflegebedürftige*r

  • Alter/ Geschlecht/ Familienstand
  • Verwandtschaftsgrad/ Beziehung zu Pflegeperson
  • Pflegebedarf/ Pflegegrad
Pflegesetting

  • Ort
  • Allein/ mit anderen
  • Pflege mehrerer Personen
  • Dauer der Pflege
  • Kenntnis/ Erfahrung

Eine Leitfrage im Cluster „Äußere Faktoren“ ist beispielsweise: Wie mobil ist die*der Pflegende? Im Cluster „Persönlichkeitsfaktoren“ lautet ein exemplarischer Fragenkomplex: Möchte sich die*der Pflegende sowohl beruflich entwickeln als auch genügend Zeit für Familie und Privatleben haben? Oder hat sie*er einen klaren Fokus auf die Selbstverwirklichung im Beruf? Oder verwirklicht sich die Person hauptsächlich im Privatleben?


Empathisch Fragen – und stets rechtlich zulässig


In welcher persönlichen Situation sich die*der pflegende Beschäftigte befindet, welche Umstände das Pflegesetting prägen und wie die*der Mitarbeitende damit Umgang finden möchte – dies lässt sich nur in einem direkten, offenen Gespräch ermitteln. Führungskräfte sind selbstverständlich angehalten, bei ihren Fragestellungen den rechtlichen Rahmen nicht zu verlassen und keine Grenzüberschreitungen bzgl. des Persönlichkeitsrechts sowie Arbeitsrechts zu begehen. Die Mitarbeitenden dürfen und sollten nicht bedrängt werden, Informationen preiszugeben. Die Vorgaben durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind entsprechend zu beachten. (Dennoch) Anvertrautes ist in jedem Fall diskret zu behandeln. Die Beispielfragen spiegeln die auf die Vereinbarkeitswünsche einflussnehmenden Faktoren wider, sind aber nicht zwingend in der angegebenen Form zu stellen.

Letztendlich ist es auch nicht notwendig, alle Einflussfaktoren durchdeklinieren zu können. Es geht für die Führungskräfte vielmehr darum, ausreichende Kenntnisse über die persönliche und berufliche Situation der*des Mitarbeitenden sowie die Pflegesituation zu erlangen, um gemeinsam mit ihr*ihm – und auch in Abstimmung mit den Bedarfen der Kolleg*innen – Maßnahmen zu nutzen oder zu gestalten, die eine tatsächliche Unterstützung hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bedeuten.


Kostenfreier Abruf


Das Arbeitsblatt „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Das Puzzle für individualisierte Lösungen“ ist hier kostenfrei abrufbar.

Das Info-Booklet „Die unterschiedlichen Gesichter der Pflege – und ihrer Vereinbarkeit mit dem Beruf“ kann unter diesem Link kostenfrei angefordert werden.


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