Freitag, 5. Januar 2018

Wiedereinstieg, Kinderbetreuung, Gleichstellung am Arbeitsplatz – Wo steht Deutschland im Ländervergleich?



Ländervergleich: Wo steht Deutschland bei der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben? (©unsplash.com)

Es sind verschiedene Faktoren, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben beeinflussen. Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich, wenn es um den beruflichen Elternzeit und beruflichen Wiedereinstieg geht, wenn man auch die Kinderbetreuung betrachtet und einen kritischen Blick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz wagt? Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Artikel.

 

 

Deutsche Mütter in der Teilzeitfalle


Eine OECD-Studie hat für das Jahr 2014 ermittelt, dass 70 Prozent der Mütter in Deutschland einem Beruf nachgehen. Mit diesem Wert liegt Deutschland ungefähr im OECD-Schnitt. Höher ist die Quote in Dänemark und Schweden (82 Prozent). Überdurchschnittliche viele Mütter – nämlich 39 Prozent – arbeiten jedoch in Teilzeit. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit mit 20 Stunden relativ kurz ist. Nur in den Niederlanden und in Österreich ist die Teilzeitquote unter Müttern noch höher (OECD-Studie „Dare to Share“, 2015).

 

Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit


Im internationalen Vergleich können Eltern in Deutschland mit drei Jahren relativ lange Elternzeit in Anspruch nehmen, ohne um den Job bangen zu müssen. So lange geht das sonst nur in Frankreich (Glassdoor Economic Research, 2016).
Innerhalb der ersten zwei Jahre nach Einführung des neuen Elternzeit-Modells stieg der Anteil von Vätern in Elternzeit von 3,5 auf 22 Prozent. Mittlerweile sind es im Schnitt 66 Prozent. (BMFSFJ, Väterreport 2016). Im Ländervergleich liegen die deutschen Väter damit ganz weit oben. So beantragen in Österreich nur 4 Prozent der Väter Elternzeit. Zwei Drittel der Väter in Frankreich beantragen eine kurze Auszeit in Form des Vaterschaftsurlaubs, verzichten aber beinahe ausnahmslos auf die Möglichkeit eine mehrmonatige Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Allerdings sind es 80 Prozent der Väter in Norwegen, Schweden und Island, die nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit nehmen.


Deutschland bei Kinderbetreuung im Mittelfeld


2013 einigten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs auf die sogenannten "Barcelona-Ziele". Das Ziel: 90 Prozent aller Kinder ab drei Jahren sollen einen Betreuungsplatz haben. Und einen Platz für jedes dritte Kind unter drei Jahren. Bislang wurde dieses Ziel nicht erreicht.
2015 wurden 32,9 Prozent der Kinder unter drei Jahren von einer öffentlichen Einrichtung betreut. 2006 lag die Betreuungsquote noch bei 13,6 Prozent. Zum Vergleich: 80 Prozent der dänischen Kinder unter drei Jahren gehen in eine Kindertagesstätte. Schweden und Norwegen folgen unmittelbar danach auf Platz zwei und drei. In Frankreich liegt die Betreuungsquote bei 45 Prozent. (Boeckler Stiftung, 2013). Ganz anders sieht es in Osteuropa aus: In Polen und Rumänien werden die meisten Kinder noch zuhause von ihrer Mutter oder den Großeltern betreut. Nur zwei bis drei Prozent gehen in einen Kindergarten.


Skandinavische Länder auch bei der Gleichstellung am Arbeitsplatz Vorreiter 

 

In einer Studie von Glassdoor (Glassdoor, 2015) wurden zwölf Schlüsselindikatoren untersucht, um die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz zu untersuchen. Analysiert wurden unter anderem im Geschlechtervergleich die Beschäftigungsquote, der Ausbildungsgrad und die Quoten weiblicher und männlicher Führungskräfte bis hoch in die Vorstandsebene. Es wurden Daten aus 18 OECD-Ländern gegenüber gestellt. Deutschland bildet mit Irland, Griechenland und Italien die Schlusslichter. Die Studie ergab, dass in den Ländern Schweden, Norwegen und Finnland ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz herrscht.

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