Dienstag, 28. August 2018

Vereinbarkeit in Zahlen: Von Tatsachen, Risiken und Chancen

Aktuelle Stichwörter rund um die Arbeitswelt (©berufundfamilie Service GmbH)



Unsere heutige Ausgabe der Blog-Serie „Vereinbarkeit in Zahlen“ betrachtet
  • Tatsachen – wie den Gender Time Gap und den Gender Care Gap
  • und Risiken – wie den des Fachkräftemangels auf die wirtschaftliche Lage von KMUs
  • sowie Chancen – nämlich die durch das ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus. 




Mittelstand sieht hohes wirtschaftliches Risiko im Fachkräftemangel

61 % der mittelständischen Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein hohes wirtschaftliches Risiko für den eigenen Betrieb. Für knapp die Hälfte der KMUs bedeutet der Fachkräftemangel zudem ein Investitionshemmnis.

83 % der Mittelständler geben zudem an, dass sie keinen geeigneten Bewerbungen für die von ihnen gebotenen Ausbildungsplätze erhielten. Jedes vierte Unternehmen konnte nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.

Commerzbank, Mittelstandsumfrage: Fachkräftemangel in Deutschland, August 2018 https://www.firmenkunden.commerzbank.de/portal/media/corporatebanking/neu-hauptportal-rebrush/insights/08-2018_CoBa_Fokusbericht-Fachkraeftemangel.pdf


Gender Time Gap und Gender Care Gap 

Die Erwerbstätigenquoten von Frauen (74 %) und Männern (82 %) liegen derzeit nah beieinander.

Doch im Gegensatz zu Männern sind Frauen oft nicht in Vollzeit beschäftigt (Gender Time Gap). 2016 arbeitete fast jede zweite Frau, aber nur jeder 10. Mann in Teilzeit. Der wesentliche Grund: Frauen bringen täglich mehr als doppelt so viel Zeit wie Männer für unbezahlte Tätigkeiten wie Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Ehrenamt auf (Gender Care Gap).

Hans-Böckler-Stiftung/ DGB, Atlas der Arbeit 2018, Mai 2018
https://www.boeckler.de/pdf/atlas_der_arbeit_2018.pdf



Frauenanteil in den Chefetagen sinkt mit zunehmender Größe des Unternehmens

Um 3 % ist der Anteil von Frauen an der Spitze von mittelständischen Unternehmen von 2013 (19,4 %) bis zum Jahr 2016 (16,4 %) gesunken.

Bei den Kleinstunternehmen waren 2016 rund 17 % der Inhaber weiblich; 2013 waren es 20,7 %. Bei Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten stieg der Frauenanteil sogar leicht von 10,4 % im Jahr 2013 auf 11,5 % an. In den Chefetagen von Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten betrug der Anteil an Frauen in den Spitzenpositionen 2016 9,1 %.

KfW, Weniger Chefinnen im Mittelstand, August 2018
https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Volkswirtschaft-Kompakt/One-Pager-2018/VK-Nr.-164-August-2018-Weniger-Chefinnen-im-Mittelstand.pdf



Mehr Zeit fürs eigene Kind mit ElterngeldPlus 

Mehr als jeder dritte Vater nutzt das Elterngeld. 41 % der ElterngeldPlus beziehenden Väter, gehen davon aus, dass sie sich ohne die Leistung weniger Zeit für die Betreuung des eigenen Kindes genommen hätten.

29 % der Männer ElterngeldPlus beantragen, entscheiden sich zudem für den Partnerschaftsbonus. 82 % der Eltern betreuen ihr Kind während der Partnerbonusmonate etwa gleich viel.

BMFSFJ, Väterreport , Juli 2018
https://www.bmfsfj.de/blob/127268/2098ed4343ad836b2f0534146ce59028/vaeterreport-2018-data.pdf



Positiver Effekt einer Führungsposition auf die allgemeine Zufriedenheit

Eine Schweizer Untersuchung zeigt: Die Chance, dass sich eine Frau in einer Führungsposition zufriedener fühlt als ohne, steigt um das 1,2-Fache. Bei Männern steigt die allgemeine Zufriedenheit durch eine Führungsposition um das 1,4-Fache.

Hochschule Luzern, Zufriedene Führungskräfte – mit geschlechterspezifischen Unterschieden, Mai 2018  
https://blog.hslu.ch/ifz/files/2018/06/Seiler-Zimmermann_Wanzenried-Gabrielle_Zufriedene-Führungskräfte_Organisator_Mai-2018.pdf

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