Donnerstag, 19. März 2020

Podcast (Folge 8): Kinder-Ferienbetreuung: Arbeitgeber-Support, wo Qualität oft ein Mangel ist – mit Björn Wind, voiio



Die Osterferien stehen vor der Tür! – Für Kinder top, für erwerbstätige Eltern herausfordernd. In unserem Podcast „Vereinbarkeits-Talk“ spricht Björn Wind, Gründer und CEO von voiio, dem Online-Ferienkatalog in Unternehmens-CI, über die Problemstellungen und betrieblichen Lösungen zur Kinder-Ferienbetreuung. Eine Zusammenfassung des Podcasts gibt es hier. 

Anmerkung der berufundfamilie-Redaktion: Der Podcast wurde vor der Ausbreitung der Coronakrise produziert. Im Vertrauen darauf, dass wir diese gemeinsam überwinden, möchte die berufundfamilie nach vorne schauen und hat sich deshalb dazu entschieden, weiterhin zu relevanten Vereinbarkeitsthemen zu berichten.

Warum der Bedarf an Kinder-Ferienbetreuung so hoch ist? Björn Wind von voiio klärt anhand einer einfachen Rechnung auf: Durchschnittlich stehen jährlich 85 schulfreie Tage 27 Tagen Urlaub gegenüber. Diese Diskrepanz betrifft rein theoretisch 6,8 Mio. Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren. Schon jetzt ist die Organisation der schulfreien Zeit laut Björn Wind daher das zweitgrößte Problem von Eltern in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung schulpflichtiger Kinder. Mit der steigenden Mobilität, der zunehmenden Zahl an Alleinerziehenden und auch erwerbstätigen Frauen dürfte das Volumen derer, die auf Kinder-Ferienbetreuung angewiesen sind, stetig zulegen.

Die Berufszweige bzw. Branchen, in denen die Betreuung von Kindern während der Ferienzeiten besonderes Gewicht hat, lassen sich in drei Cluster unterteilen. Da sind zum einen die Organisationen mit jährlich konstantem Arbeitsaufwand – dazu gehört der Öffentliche Dienst wie die Polizei und auch Schichtbetriebe im industriellen Bereich. Die Nachfrage nach Kinder-Ferienbetreuung ist zudem bei den Beschäftigten hoch, die in Unternehmen tätig sind, die mit einem großen Fachkräftedefizit zu kämpfen haben. Dazu zählt etwa das Baugewerbe. Hinzukommen Organisationen, bei denen überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt sind. Der Einzelhandel ist hier ein Beispiel. Alle drei Aspekte bündeln sich in den Zweigen Pflege- bzw. Gesundheitsbranche, wo Björn Wind eine besonders hohe Nachfrage nach Angeboten zur Kinder-Ferienbetreuung erlebt.

Ferienbetreuungsangebote im Internet: intransparent und heterogen


Die Zeiten, in denen größtenteils die Großeltern die Betreuung der Enkel*innen in der Ferienzeit übernehmen konnten, sind passé. Hier kommen schließlich neuere Lebensstile und die Arbeitsmobilität zum Tragen: Oma und Opa sind schlichtweg nicht immer greifbar. Erwerbstätige Eltern machen sich daher vielfach eigenständig auf die Suche nach externen Lösungen – und dies meist im Internet. Doch das birgt so manche Probleme, wie Björn Wind anmerkt: Da es bislang keine öffentlich zugängliche Plattform gibt, auf der die Angebote zusammengeführt sind, verlieren sich die Suchenden oft. Bei dem Gros der Möglichkeiten sind die Betreuungszeiten zudem unflexibel – die besonders nachgefragten Randzeiten werden oft nicht berücksichtigt. Zudem ist der Ferienspaß vielfach sehr kostspielig – und das bei so manch fragwürdiger Qualität. Die Qualität ist äußerst heterogen und leider insgesamt sehr intransparent. Schließlich kann jeder Ferienbetreuungen anbieten, auch ohne einen pädagogischen Hintergrund zu haben.

Das ruft Arbeitgeber auf den Plan. Leisten sie Unterstützung bei der Organisation einer qualitativ guten Ferienbetreuung, hat das mehrere Effekte. Wie bei allen adäquaten familien- und lebensphasenbewussten Angeboten ergeben sich schließlich auch im Bereich der Ferienbetreuung die klassischen Vorteile für Arbeitgeber: Die Entlastung honorieren die Beschäftigten mit einer höheren Zufriedenheit und Bindung zum Arbeitgeber. Das gilt übrigens auch für Beschäftigte ohne Kinder, die ihre Kolleg*innen unterstützt sehen. Ferienbetreuung, die nicht nur eine bloße Verwahrung der Kinder vorsieht, sondern darauf abzielt, ihre individuellen Interessen zu fördern bzw. zu entfalten, können einen enormen Beitrag zur Entwicklung des Nachwuchses leisten – ganz abgesehen von dem Spaßfaktor, der nicht zu kurz kommen sollte.

Umso flexibler das Angebot, umso mehr Nutzer*innen


Arbeitgeber können durchaus selbst einiges tun, um ihre Beschäftigten bei der Kinder-Ferienbetreuung zu unterstützen. Flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Angebote, dank derer Beschäftigte selbst häufiger nach den Kindern sehen können, sind zwar ein Anfang, aber nicht die Lösung. Wie Arbeitgeber noch unterstützen können, ist stark von den Rahmenbedingungen abhängig: Wie viele Eltern haben tatsächlich Bedarf? Welche Form des Supports lässt das Budget zu? Welche Möglichkeiten bietet der Standort und welche Räumlichkeiten stehen ggf. in der Organisation zur Verfügung?

Grundsätzlich bieten sich vier Unterstützungsszenarien an: der Erwerb von Betreuungsplätzen bei einem externen Ferienanbieter, Ferienbetreuung in eigenen Betrieb – entweder eigenständig oder im Verbund mit anderen Arbeitgebern, Ferienbetreuung als Teil eines Full-Service Familienservices und die Vermittlung von Ferienbetreuung über einen Anbieter, also voiio.

Björn Winds Erfahrung zeigt, dass betrieblich gestützte Maßnahmen zur Ferienbetreuung insbesondere dann effektiv sind, wenn sie sich durch eine hohe Flexibilität auszeichnen. Umso flexibler die zeitliche Abdeckung der Betreuung erfolgen kann, die räumliche Verfügbarkeit und auch die Angebotsbreite sowohl in Hinblick auf das Alter wie auch die Interessen von Kindern ist, desto besser. Umso mehr Spielraum eine Lösung hier bietet, desto mehr Eltern bzw. Kinder können und wollen diese nutzen.

Mit dem 2018 gegründeten voiio bieten Björn Wind und sein Team Arbeitgebern, Beschäftigten und letztendlich den Kindern die Möglichkeit, gezielt Ferienbetreuungsangebote aufzuspüren und zu nutzen, die genau auf ihre Bedarfe passen. voiio bietet Arbeitgebern einen Online-Ferienkatalog, der in der eigenen Unternehmens-CI angelegt werden kann; also eine digitale Lösung, die einfach zu implementieren ist. Die Beschäftigten erhalten dann einen webbasierten Zugang über ein individuelles Unternehmenspasswort. Darüber können sie aus über 800 Ferienangeboten das für sie passende auswählen – dazu zählen sowohl lokale Aktivitäten als auch Ferienlager. Für jedes Kindesalter und -interesse und für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Zudem werden alle Ferienzeiten über den voiio-Katalog abgedeckt. Dabei trägt voiio die Angebote nicht einfach nur zusammen. Es kommen nur Angebote auf das Portal, die voiio persönlich in ihrer Qualität geprüft hat. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass eine Randzeitenbetreuung gewährleistet wird. Eltern, die über voiio eine Kinder-Ferienbetreuung buchen, erhalten übrigens eine Preisersparnis von durchschnittlich 20 bis 40 % und die Kids können auch noch Freunde mitbringen. Nicht erstaunlich, dass das die Kinder begeistert. Letztendlich führt das auch dazu, dass Eltern zu fast 100 % voiio weiterempfehlen würden, wie eine Befragung ergeben hat. Damit Eltern den Service nutzen können, muss er aber erst einmal bei den Arbeitgebern bekannt sein und übernommen werden. Eine Aufgabe, vor denen anfänglich alle vereinbarkeitsfördernden Ideen – und sind sie noch so gut – stehen.

Übrigens: Auch während der Coronakrise bietet voiio seinen Mitgliedern Hilfe an:
www.Kinder-Notfallbetreuung.de

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