Mittwoch, 26. September 2018

Vereinbarkeit in Zahlen: Große Erwartungen?

Aktuelle Stichwörter rund um die Arbeitswelt

Hätten Sie gedacht, dass 14 % der Beschäftigten innerlich bereits gekündigt haben? Und das Gehalt dürfte nicht der triftige Grund sein. Vielleicht aber die fehlende Aussicht auf Home-Office-Nutzung nach eigenen Präferenzen oder unerfüllte Erwartungen an die Führungskraft? Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse aus den aktuellen Daten und Fakten, die wir für Sie in der September-Ausgabe des Blogs „Vereinbarkeit in Zahlen“ aufbereitet haben. 



Innerlich bereits auf dem Absprung  


71 % der Beschäftigten machen nach eigener Einschätzung nur noch Dienst nach Vorschrift.

14 % haben innerlich sogar schon gekündigt. Dass sie sich richtig wohl fühlen, können dagegen nur 15 % aller Mitarbeiter*innen angeben.


Gallup, Engagement Index Deutschland, August 2018
http://www.gallup.de/183104/engagement-index-deutschland.aspx



Nahezu jedem Beschäftigten ist Vereinbarkeit wichtig


Beschäftigte klagen mehrheitlich über gesundheitliche Beeinträchtigungen:

52 % haben Rücken- oder Gelenkbeschwerden.

45 %, also fast die Hälfte der Beschäftigten, leiden unter Erschöpfung.

35 % klagen über Kopfschmerzen.

Fast jeder Dritte berichtet von Schlafstörungen.

Knapp 30 % fühlen sich ausgebrannt.

Der Fehlzeiten-Report zeigt, dass Gesundheit und Sinn zusammenhängen: Beschäftigte, die ihren Job als wenig sinnhaft erleben, leiden häufiger als andere unter Beschwerden. 57 % von ihnen leiden z.B. unter Erschöpfung – aber nur 33 % derjenigen, die ihre Arbeit als sinnvoll erleben.

Übrigens:

94 % aller Beschäftigten sind sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wichtig. 93 % ist es wichtig, etwas Sinnvolles zu tun. Für 90,5 % ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben/ Familie sehr wichtig bzw. wichtig. Ein gutes Gehalt finden dagegen nur 61 % wichtig.


WIdO (Wissenschaftl. Institut der AOK)/ Universität Bielefeld/ Beuth Hochschule für Technik Berlin, Fehlzeiten-Report 2018, September 2018
http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2018/index_20972.html

http://aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2018/02pressemitteilung_pk_fzr_2018.pdf



Home-Office noch keine Selbstverständlichkeit 

 

Von 32 % auf 38 % ist der Anteil der Beschäftigten in Deutschland gestiegen, die zumindest in Ausnahmefällen mobil oder von zu Hause aus arbeiten können.

Aber: Nur 15 % der Befragten konnten nach eigenen Angaben Home-Office „in vollem Umfang“ und nach ihren eigenen Präferenzen nutzen; weitere 23 % nur in Ausnahmefällen.

IZA (Institute of Labor Economics)/ XING, „Arbeiten in Deutschland“ – Home-Office, August 2018 
https://newsroom.iza.org/de/archive/research/homeoffice-auf-dem-vormarsch/


Führungskräfte erfüllen Erwartungen nicht 

 

Wunsch und Wirklichkeit klaffen hinsichtlich des Führungsstils im Zuge der digitalen Transformation auseinander

94 % der Beschäftigten wünschen sich einen transformationalen Führungsstil, der sich durch die Führungskraft als Vorbild, Visionär und Motivator auszeichnet. Aber nur 21 % fühlen sich transformational geführt.

88 % setzen auf einen strategischen Führungsstil, bei dem Ziele konkret formuliert werden konstruktive Rückmeldungen erfolgen. Jedoch sehen nur 29 % in ihrer Führungskraft einen Strategen.

84 % ist eine ethische Führung mit werteorientiert handelnden und die Selbstständigkeit fördernden Führungskräften am wichtigsten. Aber weniger als 10 % erleben einen ethischen Führungsstil.

Stepstone/ Kienbaum, Führung im Zuge der Digitalisierung, August 2018
https://www.haufe.de/personal/hr-management/studie-fuehrungsdefizite-bei-der-digitalen-transformation_80_467342.html#



Jobchancen abhängig von Dauer der Elternzeit? 

 

Ein Studiensetting des WZB zeigt: Bewerberinnen, die im Lebenslauf zwölf Monate Elternzeit stehen hatten, erhielten 1,5 Mal so oft eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch wie die mit nur zwei Monaten Elternzeit.

Männer, die laut den fiktiven Lebensläufen ein Jahr lang Elternzeit genommen hatten und solche, die lediglich 2 Monate Elternzeit nutzen, wurden fast gleich häufig zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

WZB, Bewerbungschancen von Müttern, August 2018
http://www.spiegel.de/karriere/elternzeit-muetter-die-nur-kurz-elternzeit-nehmen-haben-nachteile-im-job-a-1224733.html

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