Freitag, 22. Februar 2019

Generation Z – die klugen Vereinbarer? (Teil I)

Erwartungen der Generation Z an die Arbeitswelt: zu anspruchsvoll oder doch super realistisch?  (©deathtothestockphoto.com)

Während sich die Babyboomer teilweise Gedanken über den Ruhestand machen, stehen die so genannten Digital Natives schon in den Startlöchern zum Berufseintritt. Doch wie tickt die Generation Z in Hinblick auf Arbeitgeber? Ist Vereinbarkeit ein Nachwuchsthema und wenn ja, wie zeigt sich dies? Müssen sich Arbeitgeber mit Generation Z-Beschäftigten etwa neuen Erwartungen und Forderungen stellen? Um diese Fragen beantworten zu können, hat die berufundfamilie gemeinsam mit dem Campus M21 (Nürnberg) eine Vorstudie unter dem Titel „Generation Z und ihre Erwartungen an die Arbeitswelt“ durchgeführt. Einige Erkenntnisse verrät dieser erste von zwei Blogbeiträgen.

My home is my castle? 


Der Nachwuchs ist sich einig: 97% der befragten Vertreter*innen der Generation Z stimmen der Aussage zu, dass im Unternehmen vor Ort arbeiten möchten. Das Home-Office steht als gewünschter Arbeitsort an zweiter Stelle mit 59% Zustimmung. Die Option in Co-Working-Spaces tätig zu sein, kommt für weniger als die Hälfte in Frage.

Durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten so vielfältig auf einzelne Vereinbarkeitsanliegen eingehen zu können, ist der Wunsch nach einer flexiblen Arbeitsortwahl (55%) nicht überraschend.

Auch wenn man, wie die Generation Z, eine einfache Fahrzeit zur Arbeitsstätte von 60 Minuten zurücklegen würde (24% Zustimmung), ist es verständlich, wenn das Bedürfnis nach der Arbeit im Home-Office vorhanden ist.

Time on my side… 


Flexibilität ist nicht nur beim Arbeitsort ein Wunsch – auch bezüglich der Arbeitszeit. 71% Zustimmung findet die Variante, die Arbeitszeit flexibel einteilen zu können, denn dies ist die beste Lösung, um leichter das Familien,- Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Jedoch soll das nicht bedeuten, dass die Arbeitnehmer*innen machen sollen was auch immer sie wollen – im Gegenteil: Wo auch immer Flexibilität gegeben ist, sollen auch gewisse Strukturen vorherrschen, z.B. bedeutet Vertrauensarbeitszeit für viele eine attraktive Option, jedoch sollte die geleistete Arbeitszeit in einem internen System vermerkt werden.

Die Generation Z ist überwiegend bereit, auch nach der regulären Arbeitszeit für den Arbeitgeber erreichbar zu sein. Dies sollte aber innerhalb fest abgesprochener Grenzen, wie beispielsweise bis zu einer Stunde nach dem Feierabend, stattfinden.

Die Generation Z bevorzugt überwiegend eine Arbeitszeit zwischen 36 und 40 Stunden pro Woche (58%). Denn nur 11 % würden weniger als 36 Stunden pro Woche und 21 % zwischen 41 und 45 Stunden arbeiten wollen. Diese Ergebnisse passen letztendlich auch zu den Gehaltsvorstellungen, die die Nachwuchskräfte mit Blick auf den Berufseinstig haben: 25% erwarten 35.001 – 40.000 EUR, 20% 40.001 – 50.000 EUR und weitere 23% 30.000 – 35.000 EUR.

Sie möchten mehr erfahren? Das WhitePaper zur Vorstudie steht Ihnen über diesen Link kostenfrei zum Download zur Verfügung.

In Kürze verraten wir in einem zweiten Blogbeitrag mehr über die Ergebnisse der Vorstudie.


Hintergrund:

Die Vorstudie „Generation Z und ihre Erwartungen an die zukünftige Arbeitswelt“ nimmt erstmals die Vereinbarkeitswünsche der Generation Z hinsichtlich der wesentlichen personalpolitischen Handlungsfelder in den Blick: Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Arbeitsort, Information und Kommunikation, Führung, Personalentwicklung, finanzielle Zusatzleistungen sowie Serviceleistungen.

Die Daten zur Vorstudie wurden in Zusammenarbeit mit der Studiengruppe der Wirtschafts- und Werbepsychologen des Campus M21 (Nürnberg) erhoben. Durch das Mixed-Methods-Prinzip wurden sowohl qualitative (42 Tiefeninterviews) als auch quantitative Daten (aus der Online-Befragung von 177 Studierenden) generiert und zur Darstellung der Ergebnisse miteinbezogen.

Die Befragten waren alle Studierende des Campus M21 in Nürnberg und München.66 % der Teilnehmenden waren Frauen und 34% Männer. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 21 Jahre. Durch diese Gegebenheiten ist eine eingeschränkte Aussagefähigkeit der Vorstudie gegeben. Nichtsdestotrotz konnten Einblicke in Einstellungen der Generation Z bezüglich der Arbeitswelt – und insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben – ermittelt und Tendenzen offengelegt werden.



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