Mittwoch, 24. Juni 2020

Umfrage macht klar: Auch kinderlose Beschäftigte sind Vereinbarkeitssuchende


Ob Kinder im Haushalt der Erwerbstätigen leben oder nicht, macht keinen Unterschied bzgl. der Kriterien, die die Beschäftigten bei einem Zertifizierungsanbieter wichtig finden. (©deathtothestockphoto.com)

Beschäftigte mit Kindern haben ein größeres Interesse an Vereinbarkeit als Kinderlose? Tendenziell ja, aber Kinder spielen nicht alleinig eine Rolle dabei, ob für Beschäftigte Vereinbarkeit ein Entscheidungskriterium für einen Arbeitgeber ist. Darauf verweisen die heute hier im Blog vorgestellten Teilergebnisse unserer „Umfrage zur Zertifizierung von Arbeitgebern für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben“ bei 2.500 Beschäftigten.


83,5 % der Erwerbstätigen, bei denen Kinder im eigenen Haushalt leben, ist die Vereinbarkeit bei der Arbeitgeberwahl wichtig. Bei den Beschäftigten ohne Kinder im Haushalt sind es rund zehn Prozentpunkte weniger, aber immer noch überzeugende 73 %.

Sechs von zehn Erwerbstätigen (59,8 %) mit Kindern sagen, dass ihnen ein Arbeitgeber attraktiver erscheint, wenn dieser für die Vereinbarkeit unabhängig zertifiziert ist. Bei Erwerbstätigen ohne Kinder im eigenen Haushalt sind es 48,1 %.

Leben Kinder im eigenen Haushalt, tendieren Beschäftigte eher zu einem für die Arbeitgeber mit Vereinbarkeitssiegel: Sechs von zehn (61,6 %) Mitarbeitende mit eigenem Nachwuchs würden sich bei gleichen Bedingungen für einen Arbeitgeber entscheiden, der für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zertifiziert ist. Bei den Erwerbstätigen ohne Kinder im eigenen Haushalt sind es 49,6 % - immer noch knapp jede/r Zweite.

74,1 % der Beschäftigten mit Kindern im eigenen Haushalt sehen in der schlechten Vereinbarkeit einen Grund, den Job zu wechseln. Bei den Erwerbstätigen ohne Kinder im Haushalt sind es 61,7 %.

Bei den Kriterien für ein Vereinbarkeitszertifikat bekommt die externe und unabhängige Begutachtung das höchste Votum von Beschäftigten, bei denen Kinder im Haushalt leben: 41,1 %. Auf Rang 2 liegt bei dieser Gruppe die Bewertung des aktuellen Standes: Jede*r Dritte (32,3 %) nennt dieses Kriterium. Knapp dahinter folgt auf Rang 3 der Nachweis kontinuierlicher Verbesserung (31,1 %).

Während auch bei den Beschäftigten ohne Kinder im eigenen Haushalt die externe und unabhängige Begutachtung als Kriterium für ein Vereinbarkeitszertifikat auf Platz 1 rangiert (36,4 %), folgt bei ihnen auf Platz 2 der Nachweis kontinuierlicher Verbesserung (32,1 %) und dann auf Platz 3 die Bewertung des aktuellen Stands (27,2 %).

Ob Kinder im Haushalt der Erwerbstätigen leben oder nicht, macht keinen Unterschied bzgl. der Kriterien, die die Beschäftigten bei einem Zertifizierungsanbieter wichtig finden.

Die Unabhängigkeit des Zertifizierungsanbieters ist für 46 % der Beschäftigten mit Kindern im Haushalt und für 44,2 % der Beschäftigten ohne Kinder in den eigenen vier Wänden wichtig – und nimmt damit Rang 1 ein. Auf Rang 2 liegt die fachliche Kompetenz in der Begleitung durch den Zertifizierungsanbieter: 37,6 % der Beschäftigten mit Kindern im Haushalt und 36,1 % der Beschäftigten ohne Kinder im Haushalt finden dieses Kriterium wichtig.

Die langjährige Erfahrung des Zertifizierungsanbieters (Platz 3 im Ranking) finden 18,5 % der Beschäftigten mit zuhause lebenden Kindern und 21,2 % der Beschäftigten ohne Kinder im Haushalt wichtig. Jeweils gut ein Zehntel der Beschäftigten mit Kindern im Haushalt (11,3 %) und Erwerbstätigen, bei denen keine Kinder im Haushalt leben (11,4 %), finden zudem weitergehende Angebote des Zertifizierungsanbieters wie etwa ein Netzwerk oder Seminare zur Vereinbarkeit wichtig.

Weiter Infos in der Rubrik „Studien“ auf unserer Website.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey führte im Auftrag der berufundfamilie Service GmbH im September 2019 eine Umfrage durch, die von 2.500 Personen beantwortet wurde. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Erwerbstätige in Deutschland ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,5 Prozent. Die dargestellten Detailergebnisse beziehen sich auf die gefilterte Zielgruppe „Erwerbstätige gesamt mit/ohne Kinder im Haushalt“.

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