Mittwoch, 2. September 2026

Auditierte Arbeitgeber: Motivation und Zufriedenheit sind sehr leistungsrelevant

Gelingende Vereinbarkeit ist auch für das Performance-Management ein Gewinn
(Foto: Allie Lehmann on deathtothestockphoto.com)

Für Unternehmen und Institutionen, die sich systematisch mit der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben und/ oder Vielfalt befassen, zählen vor allem weiche Faktoren bei der Leistungsbetrachtung. Mehr zu diesem und weiteren Ergebnissen unseres berufundfamilie-Scouts „Leistungsstark: Vereinbarkeit & Vielfalt“ gibt es hier im zweiten Umfragebericht.

Zwischen dem 13.03.2026 bis 24.04.2026 erhielten wir von 91 Vertreter*innen aus Unternehmen und Institutionen, die aktuell nach dem audit berufundfamilie und/ oder audit beruf&vielfalt zertifiziert sind, Antworten auf unsere Fragen zu den Zusammenhängen von Leistung, Vereinbarkeit und Vielfalt. Nach der ersten Zusammenfassung von spannenden Resultaten im Mai (siehe Blogbeitrag „Leistungsdebatte? – Auditierte Arbeitgeber antworten mit Kulturthemen Vereinbarkeit und Vielfalt“) geht es hier mit folgenden Fragen aus dem berufundfamilie-Scout weiter:


Welche Faktoren standen bisher bei der Leistungsbemessung in Ihrer Organisation im Vordergrund?

Weiche Leistungsfaktoren stehen bei auditierten Organisationen hoch im Kurs. So zeigt sich im direkten Vergleich, dass weiche Faktoren in der Leistungsbemessung bei mehr Arbeitgebern im Vordergrund stehen als harte Faktoren – nämlich bei 29,5% versus 28,4%. 42% der auditierten Unternehmen und Institutionen sagen, dass weiche und harte Faktoren in gleichem Maße berücksichtigt werden. Die einfacher zu messenden harten Faktoren haben bei auditierten Organisationen also bislang keine Dominanz.


Ist eine Veränderung spürbar?

Dies behält bei rund sechs von zehn (57,3%) auditierten Arbeitgebern auch weiterhin seine Gültigkeit. Gut jede zehnte (12,4%) Organisation wendet sich zukünftig noch stärker weichen Faktoren zu. Allerdings: Harte Faktoren werden Bei 30,3% der Arbeitgeber werden harte Faktoren wichtiger, die als einfach und kurzfristig bearbeitbar gelten und zudem gut messbar sind. Es ist anzunehmen, dass dies eine Reaktion auf den wachsenden Leistungsdruck auf die Organisationen ist.


Sind Sie der Meinung, dass weiche Faktoren stärker in die Messbarkeit überführt und in die Leistungsbeurteilung integriert werden sollten?

Doch der Wunsch nach Messbarkeit der weichen Faktoren ist bei auditierten Arbeitgebern groß: 73,6% sind der Meinung, dass weiche Faktoren stärker in die Messbarkeit überführt und zudem in die Leistungsbeurteilung integriert werden sollten. Ausschlaggebend dafür dürfte die nachhaltige Wirkung der Aspekte Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden, Führungsverhalten sowie weiterer kultureller Themen sein.


Haben Sie den Eindruck, dass Beschäftigte, die Vereinbarkeitsangebote verstärkt in Anspruch nehmen, von Kolleg*innen als weniger leistungsfähig wahrgenommen werden?

Bei knapp der Hälfte (49,5%) der auditierten Arbeitgeber bietet die Nutzung von Vereinbarkeitsangeboten keinen Anlass für eine Leistungsdiskussion in der Belegschaft: 49,5% verneinen, dass Beschäftigte, die Angebote zur besseren Work-Life-Balance verstärkt nutzen, von ihren Kolleg*innen als weniger leistungsfähig wahrgenommen werden.

Ein Viertel (25,3%) der Organisationen stellt jedoch fest, dass Mitarbeitende die Leistungsfähigkeit von Kolleg*innen, die Vereinbarkeitsangebote in großem Umfang annehmen, als geringer bewerten – gegenüber die der Kolleg*innen, die die Maßnahmen weniger intensiv nutzen.

Klar ist: Auch auditierte Arbeitgeber müssen sich also permanent Fairnessfragen stellen. Die offene Ansprache von Seiten der Führungskräfte in die Teams hinein, ist hier zielführend.



Mehr Infos


Auf unserer Website sind der komplette Ergebnisbericht und die dazugehörige Präsentation hinterlegt. Hier abrufen.

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