Mittwoch, 17. Februar 2021

Kommunalverwaltungen und Vereinbarkeit: Von jung bis erfahren – alle(s) im Blick

 

Betriebsklima und Teamgeist müssen stimmen – meinen auch zertifizierte Kommunalverwaltungen (©pixabay.com)


Machen Bewerber*innen bei Kommunalverwaltungen die Vereinbarkeit zum Thema? Agieren oder reagieren nach dem audit berufundfamilie zertifizierte Kommunen darauf? In diesem zweiten Blog zum berufundfamilie Scout „Stadtgespräch Vereinbarkeit“ – unserer Kurzumfrage unter auditierten Bezirken, Gemeinden, Kreisen/ Landkreisen und Städten – nennen wir weitere Fragen und Ergebnisse.

Wie im ersten Teil geben wir hier die konkreten Fragen wieder und resümieren das Wichtigste aus den Antworten.


Wo rekrutieren Sie? (Mehrfachnennung möglich)

Kommunalverwaltungen setzten bei der Rekrutierung von Personal weiterhin auf Anzeigen in Printmedien – also die klassischen Medien. Jeweils acht von zehn befragten Kommunen nutzen auch das Internet und Job-Messen als Möglichkeit, Personal zu werben. 83 % können zudem auf Initiativbewerbungen zurückgreifen. Immerhin fast sechs von zehn Kommunalverwaltungen betreiben zudem Recruiting über die sozialen Medien und jede zweite sucht den Kontakt zu Schulen, um Nachwuchs zu werben.


Wie häufig sprechen Bewerber*innen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben in Bewerbungsgesprächen an?


Insgesamt 58,4 % (also rund sechs von zehn) der befragten Verwaltungen von Bezirken, Gemeinden, Kreisen/ Landkreisen und Städten werden in Bewerbungsgesprächen von den Bewerber*innen auf die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben häufig bis sehr häufig angesprochen. Keine der zertifizierten Organisationen berichtet, dass Bewerber*innen die Vereinbarkeit überhaupt nicht thematisieren.






















Thematisieren Sie in Bewerbungsgesprächen Ihre Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben?

Da lassen sich auditierte Kommunalverwaltungen nicht lange bitten: Jede der befragten zwölf zertifizierten Kommunen spricht proaktiv über ihre Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben in Bewerbungsgesprächen.


Ergreifen Sie Maßnahmen zur Bindung älterer/ erfahrener Beschäftigter (Stichwort "Arbeit und Alter" – Flexibilisierung des Übergangs von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand)?

Jede dritte Kommunalverwaltung bietet Maßnahmen zur Bindung älterer bzw. erfahrener Beschäftigter – und damit Lösungen, die der weiteren Flexibilisierung des Übergangs von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand dienen.

Als Beispiele werden u.a. genannt:
  • Spezielle hausinterne Fortbildungsangebote
  • Angebote der Altersteilzeit im Flex- und Blockmodelle nach dem Tarifvertrag FlexAZ


Ergreifen Sie Maßnahmen speziell zur Werbung des Nachwuchses wie der Generation Z?


Nahezu sechs von zehn zertifizierten Kommunalverwaltungen ergreifen Maßnahmen, die spezielle auf die Werbung des Nachwuchses wie der Generation Z dienen.

Hier eine Auswahl der Aktionen:
  • Ausbildungskampagne/ Ausbildungsmarketingkampagne
  • Azubis werben Azubis
  • … mit expliziter Ansprache beruflicher Perspektiven auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit und Karrieremöglichkeiten, sowie gewünschte Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
  • Nutzung sozialer Medien
  • in Form von Text und Videobeiträgen (Erarbeitung von Inhalten durch die derzeitigen Nachwuchskräfte)
  • Werbung über Instagram
  • Teilnahme an digitalen Ausbildungsmessen
  • Infoabende und informelle Treffen mit den Auszubildenden


In welchen Bereichen Sind Sie – neben dem fortlaufenden Ausbau der familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik – tätig, um Ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken? (Mehrfachnennung möglich)


Jeweils zwei von drei Kommunalverwaltungen setzen neben Vereinbarkeitsmaßnahmen im engeren Sinne auf die Optimierung des Betriebsklimas und den Ausbau des Teamgeists, um ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken. Hier zeigt sich ganz deutlich, welchen Mehrwert die Kommunen in kulturellen Faktoren sehen. Das hängt sicherlich auch mit der strategischen Ausrichtung ihrer Vereinbarkeitspolitik zusammen, die eine Verankerung des Familien- und Lebensphasenbewusstseins auf der Ebene der Organisationskultur zum Ziel hat.

Jede dritte Kommunalverwaltung eröffnet zudem Karrieremöglichkeiten und ist im Bereich Nachhaltigkeit engagiert. Nur 8,3 % der Organisationen setzen auf eine überdurchschnittliche Vergütung.



Kurz zur Erinnerung: Unsere Umfrage führten wir vom 02.11. bis 04.12.2020 online durch. Zwölf Kommunalverwaltungen (Bezirke, Gemeinden, Kreise, Landkreise, Städte), die aktuell das Zertifikat zum audit berufundfamilie tragen, lieferten Antworten rund um den Stellenwert einer nachhaltigen Vereinbarkeitspolitik für das Employer Branding kommunaler Arbeitgeber. Weitere Informationen zum berufundfamilie Scout „Stadtgespräch Vereinbarkeit“ finden Sie hier auf unserer Website. Und zum ersten Blogbeitrag zur Kurzumfrage geht es hier.

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