Donnerstag, 19. November 2020

Insbesondere Angestellten ist Vereinbarkeit bei der Wahl eines Arbeitsgebers wichtig

 

Arbeiter*innen, Beamt*innen, Angestellte und leitende Angestellte möchten vor allem, dass ein Anbieter von Vereinbarkeitszertifikaten unabhängig ist sowie über fachliche Kompetenz in der Begleitung und langjährige Erfahrung verfügt. (©deathtothestockphoto.com)


Hat bei Beschäftigten unterschiedlicher beruflicher Stellung die Vereinbarkeit einen unterschiedlichen Stellenwert? Setzen leitende Angestellte andere Kriterien für ein Vereinbarkeitszertifikat ihres Arbeitgebers an als Arbeiter*innen? Mit unserer repräsentativen Umfrage „Zertifizierung zur Vereinbarkeit“ (September 2019) sind wir diesen Fragen nachgegangen. Die Ergebnisse in diesem Blog. 

Wir nennen die konkreten Fragen und beschreiben die Antworten der über 2.500 Teilnehmenden.

„Wie wichtig ist Ihnen die Vereinbarkeit bei der Wahl eines Arbeitgebers?“

76,6 % der insgesamt über 2.500 Erwerbstätigen sagen, dass ihnen die Vereinbarkeit bei der Wahl eines Arbeitgebers wichtig ist. Bei der Betrachtung der beruflichen Stellung der Befragten zeigen sich hinsichtlich dieser Fragestellung leichte Unterschiede: Bei den Angestellten sind es 83,3 %, denen die Vereinbarkeit wichtig ist. Dahinter folgen die leitenden Angestellten mit 76,8 %, danach die Beamt*innen mit 74,8 % und schließlich die Arbeiter*innen mit 71,3 %.


„Erscheint Ihnen ein Arbeitgeber attraktiver, wenn dieser für die Vereinbarkeit unabhängig zertifiziert ist?“

Der Hintergrund der beruflichen Stellung ruft anscheinend kaum Unterschiede bei der Beantwortung dieser Frage hervor: 56 % der Arbeiter*innen geben an, dass ihnen ein Arbeitgeber durch ein unabhängiges Vereinbarkeitszertifikat attraktiver erscheint. So empfinden auch 54,6 % der Beamt*innen, 53,7 % der Angestellten und 51,4 % der leitenden Angestellten.

„Würden Sie sich bei gleichen Bedingungen eher für einen Arbeitgeber mit Zertifizierung entscheiden?“

Angestellte tendieren am ehesten dazu, sich bei gleichen Bedingungen für einen Arbeitgeber mit Zertifizierung für die Vereinbarkeit zu entscheiden: 57,9 % würden zu einem Arbeitgeber mit Vereinbarkeitszertifikat gehen. Bei den der Arbeiter*innen sind es 56,1 %, bei den Beamt*innen 54,2 % und bei den leitenden Angestellten 52,3 %.

„Wäre die schlechte Vereinbarkeit für Sie ein Grund den Job zu wechseln?“

Angestellte sehen in einer schlechten Vereinbarkeit eher einen Grund für einen Jobwechsel als Beschäftigte im Beamtenverhältnis. So zeigen sich 70,1 % der Angestellten bei mangelnder Vereinbarkeit wechselbereit. Bei den leitenden Angestellten sind es 69,5 %, bei den Arbeiter*innen 61,6 % und bei den Beamt*innen 60 %.

„Welche Kriterien sind Ihnen bei einem Zertifikat wichtig?“

Das Ranking der Kriterien für ein Vereinbarkeitszertifikat ist über die unterschiedlichen beruflichen Stellungen der Erwerbstätigen hinweg nahezu gleich. Allerdings variiert der Anteil derer, die sich für das jeweilige Kriterium aussprechen.

Platz 1 nimmt die „externe und unabhängige Begutachtung“ ein. 39,6 % der Beamt*innen findet es wichtig, dass ein Zertifikat zur Vereinbarkeit dieses Kriterium erfüllt. Nahezu ein gleich hoher Anteil unter den Angestellten (39,5 %) stimmt für diesen Aspekt. Und auch 36,4 % der leitenden Angestellten sowie 30,0 % der Arbeiter*innen halten die externe und unabhängige Begutachtung für einen wichtigen Punkt bei einem Vereinbarkeitszertifikats.

Auf Rang 2 landet der „Nachweis der kontinuierlichen Verbesserungen“, den ein Vereinbarkeitszertifikat signalisieren soll. Hier sagen 36,5 % der Angestellten, dass ihnen dieses Kriterium wichtig ist. Und auch 32,5 % der Arbeiter*innen finden diesen Aspekt wichtig sowie 29,8 % der Beamt*innen und 28,6 % der leitenden Angestellten.

Das Kriterium „Bewertung des aktuellen Stands“ bewegt sich auf Platz 3. Hier sind die Unterschiede zwischen den beruflichen Stellungen besonders ausgeprägt: Während 35,4 % der Angestellten es wichtig finden, dass bei einer Zertifizierung für die Vereinbarkeit der aktuelle Status der Vereinbarkeitsangebote bewertet wird, sind es bei den Beamt*innen 28,5 % und bei den leitenden Angestellten 25,2 %. Hingegen finden nur 13,9 % der Arbeiter*innen dies wichtig.

Die letzten beiden Plätze auf der Wichtigkeitsskala der Kriterien für ein Vereinbarkeitszertifikat nehmen die „langjährige Bekanntheit“ (Rang 4) und die „überregionale Anerkennung“ (Rang 5) ein. Die beruflichen Stellungen führen hier nur zu sehr geringen Unterschieden in der prozentualen Zustimmung.

„Welche Kriterien sind Ihnen bei einem Zertifizierungsanbieter wichtig?“

Arbeiter*innen, Beamt*innen, Angestellte und leitende Angestellte kommen auch nahezu auf ein gleiches Ranking der Kriterien für einen Zertifizierungsanbieter. Allerdings variiert auch hier – je nach beruflicher Stellung – der Anteil derer, die sich für das jeweilige Kriterium aussprechen:

Auf Platz 1 liegt die Unabhängigkeit des Zertifizierungsanbieters. Während bei den Angestellten knapp die Hälfte (49 %) sagt, dass sie dieses Kriterium wichtig findet, sind des bei den Beamt*innen 44,9 %, bei den leitenden Angestellten vier von zehn (40,3 %) und bei den Arbeiter*innen jede*r Dritte (34 %).

Auf Rang 2 der Kriterien, die Erwerbstätige bei einem Zertifizierungsanbieter wichtig finden, zeigt sich bei allen beruflichen Stellungen die fachliche Kompetenz in der Begleitung. Besonders viele Beamt*innen sprechen sich dafür aus: knapp die Hälfte (47,1 %). Die zweitgrößte Gruppe der Befürworter dieses Kriteriums ist bei den Angestellten zu finden – mit 43,2 %. Bei den leitenden Angestellten ist es immerhin noch jede*r Dritte (35,4 %), die* dem die fachliche Kompetenz in der Begleitung wichtig ist, bei den Arbeiter*innen nur noch jede*r Fünfte (18,1 %).

Jeweils ein Fünftel der Arbeiter*innen (17,7 %), der Angestellten (23,3 %), der leitenden Angestellten (20,4 %) und der Beamt*innen (19,9 %) findet die langjährige Erfahrung bei einem Anbieter, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben zertifiziert, wichtig.


Interessiert an weiteren Infos? Dies gibt es in der Rubrik „Studien“ auf unserer Website.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey führte im Auftrag der berufundfamilie Service GmbH im September 2019 eine Umfrage durch, die von 2.500 Personen beantwortet wurde. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Erwerbstätige in Deutschland ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 3,5 Prozent. Die dargestellten Detailergebnisse beziehen sich auf die gefilterte Zielgruppe „Erwerbstätige gesamt nach beruflicher Stellung“.


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