Mittwoch, 11. November 2020

Magical Mix: Generationenübergreifende Teams und geforderte Führungskräfte

 

81 % der zertifizierten Arbeitgeber stimmen der Aussage zu, dass eine besondere Herausforderung des generationenübergreifenden Teambuildings darin besteht, dass die Anforderungen an Führungskräfte vielfältiger werden. (©pixabay.com)

Die Generation Y ist aktuell der größte Nutznießer von familien- und lebensphasenbewussten Angeboten. Generationenübergreifende Teams haben sich nach Meinung von jedem fünften Arbeitgeber während der Coronapandemie besser bewährt als altershomogene Teams. Das sind zwei Ergebnisse der aktuellen Stichprobenbefragung, die wir unter 21 Organisationen durchgeführt haben, die das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule tragen. Mehr zu den Ergebnissen hier im Blog.

Unsere Befragung stellt den aktuellen Stellenwert des Generationenmanagements als Teil einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik in den Fokus. Denn: Verschiedenen Generationen wird nachgesagt, dass sie unterschiedliche Bedarfe der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben haben. Angesichts der steigenden Heterogenität von Teams – auch aufgrund breiterer Altersstruktur – erhält das Generationenmanagement im Rahmen einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik einen immer größeren Stellenwert.

Alle Augen auf die Generation Y?


95,2 % der 21 befragten Arbeitgeber meinen, dass die Generation Y – also in etwa die zwischen 1980 und 1996 Geborenen – am meisten von den von ihnen angebotenen familien- und lebensphasenbewussten Maßnahmen profitiert. Für 52,4 % der zertifizierten Organisationen ist (auch) die Generation X die Gruppe, die die Angebote besonders intensiv nutzen können. 42,9 % sehen die Babyboomer und lediglich 4,8 % die Generation Z als diejenigen, die am meisten in den Genuss der Angebote kommen.

Die Generation Y wird von den Arbeitgebern auch am häufigsten benannt, wenn es um die Frage geht, bei welcher Generation der Wunsch nach Individualisierung und passgenauen Vereinbarkeitslösungen besonders stark ausgeprägt ist: 85,7 % der Arbeitgeber – also mehr als acht von zehn – sind dieser Meinung. Die Generation Z (10 – 23 Jahre alt) nimmt mit 38,1 % den zweiten Rang ein, die Generation X (41 – 54 Jahre alt) mit 33,3 % den dritten und die Babyboomer (55 – 74 Jahre alt) mit 19 % den vierten. 

Neun von zehn zertifizierten Arbeitgebern sind gleichzeitig der Auffassung, dass bei der Generation Y die*der Partner*in der*des Beschäftigten besonders großen Einfluss auf berufliche Entscheidungen und Vereinbarkeitswünsche hat. Lediglich jeweils 14,3 % schreiben innerhalb der Generation X und der Generation Z der*dem Partner*in der*des Beschäftigten eine besonders große Einflussnahme zu. Bezüglich der Babyboomer sehen dies sogar nur 4,8 %.

Der Generationenmix fordert Führungskräfte


Was sind die Vorteile und was die besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit Teams, die sich aus verschiedenen Generationen zusammensetzen?

Die befragten Arbeitgeber sehen in generationenübergreifenden Zusammensetzungen von Teams eine Reihe von Vorteilen: 85,7 % finden es vorteilhaft, dass junge Beschäftigte von der Erfahrung und dem Prozesswissen der lebensälteren Beschäftigten profitieren. Zusätzlich erscheint es sechs von zehn Arbeitgebern als nützlich, dass junge Beschäftigte älteren Kolleg*innen Digitalkompetenzen vermitteln und neue Arbeitsmethoden befördern, wie z.B. Scrum. Entsprechend meinen auch 61,9 %, dass sich in der Zusammenarbeit die Stärken der Jüngeren und der Älteren wechselseitig ergänzen können. 57,1 % der Arbeitgeber stimmen der Aussage zu, dass die Kombination aus der Haltung und dem Erfahrungswissen der älteren Beschäftigten mit dem Wissen und dem Lebensstil der jüngeren Mitarbeitenden in der Summe einen deutlichen Mehrwert ergibt. Zudem ergibt sich für 47,6 % der Befragten einen Vorteil daraus, dass Beschäftigte verschiedener Generationen über die gemeinsame Arbeit besser zusammenwachsen. Etwas zurückhaltender, aber immer noch mit 42,9 % stark ist die Zustimmung zur Aussage „Generationenübergreifende Teams sind insgesamt kreativer und erfolgreicher“ als Vorteil.

Knapp jeder fünfte Arbeitgeber ist der Meinung, dass sich generationenübergreifende Teams während der Coronapandemie besser bewährt haben als altershomogene Teams. Lediglich 4,8 % sind nicht dieser Meinung. Die große Mehrheit von 76,2 % kann keine Entscheidung dazu treffen.

Generationenübergreifendes Teambuilding rückt vor allem die Rolle der Führungskräfte in den Blick – zumindest wenn es nach Ansicht der befragten zertifizierten Arbeitgeber geht: 81 % von ihnen meinen, dass die Anforderungen an die Führung von Teams vielfältiger werden, da die Erwartungen an eine Führungskraft zwischen den Generationen sehr unterschiedlich sind. Führungskräfte sollten dahingehend unterstützt werden. Konflikte zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten sehen 61,9 % der Arbeitgeber als Herausforderung. 57,1 % sehen sich darin gefordert, für alle die passende Kommunikation zu finden. Jeweils 47,6 % finden es herausfordernd, den jeweils altersbezogenen Vorurteilen der Beschäftigten zu begegnen und zwischen den unterschiedlichen Vereinbarkeitsbedarfen zu vermitteln. 42,9% beschäftigen die unterschiedlichen Perspektiven junger und lebensälterer Beschäftigter hinsichtlich ihres beruflichen Daseins und deren Harmonisierung.

Gutes Generationenmanagement bedarf nach Meinung von 81 % der befragten zertifizierten Arbeitgeber einer Unternehmenskultur, die offensiv alle Generationen respektiert und das Arbeiten in altersübergreifenden Teams fördert. Jeweils 57,1 % der Arbeitgeber finden es wichtig, Führungskräfte zum Managen von generationenübergreifenden Teams zu qualifizieren und Teams in ihrem selbstorganisierten gemeinsamen Handeln zu stärken (z.B. durch Teambuilding-Maßnahmen, die teamübergreifende Teamarbeit in den Fokus rücken).

Vier von zehn Organisationen sehen es zudem als essenziell an, Teams aus möglichst vielen Generationen mit Personen zusammenzusetzen, die sich grundsätzlich als team- und kritikfähig erweisen.

Zum aktuellen berufundfamilie Scout

Die Stichprobenbefragung „Generationenübergreifende Teams – Magical Mix?!“ wurde von uns unter dem Dach berufundfamilie Scout vom 17.08. bis 09.10.2020 durchgeführt. 21 Arbeitgeber, die aktuell das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule tragen, nahmen teil – 45 % Unternehmen, 35 % Institutionen und 20 % Hochschulen.

Eine Präsentation zur Stichprobenbefragung gibt es hier.


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