Donnerstag, 15. November 2018

Interview: „berufundfamilie ist genauso vielfältig wie Vereinbarkeit“



Silke Werner, Akademie – Netzwerktreffen und Seminare, und Daniel Nold, Begutachtung und Zertifizierungen, sind 
die langjährigsten Beschäftigten der berufundfamilie (Foto: Martina Seitz)

2018 ist das Jahr des zwanzigjährigen Jubiläum des audit berufundfamilie. Seit 2006 sind Silke Werner und Daniel Nold für die berufundfamilie tätig. Als langjährigste Mitarbeiter haben wir sie gebeten, die Fragen der Blog-Serie „Wegbegleiter*innen der berufundfamilie“ zu beantworten. Sie werfen einen Blick auf die Beweggründe ihrer Tätigkeit bei der berufundfamilie, ziehen thematisch Bilanz und werfen einen Blick in die Zukunft.


1. Seit wann begleiten Sie die berufundfamilie?


Daniel: Silke und ich haben beide Anfang 2006 begonnen für die berufundfamilie zu arbeiten.

Silke: Genau. Unseren Arbeitsvertrag haben wir zunächst bei der berufundfamilie gGmbH unterzeichnet und sind nun, nach einigen internen Veränderungen, für die berufundfamilie Service GmbH tätig.


2. Erinnern Sie sich noch, aus welchen Gründen Sie die Zusammenarbeit mit der berufundfamilie gestartet haben?


Silke: Für mich waren mehrere Gründe entscheidend. Zum einen hat mich das Thema – die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben – gereizt. Vereinbarkeit ist ein gesellschaftlich wichtiges und zugleich zeitloses Thema. Es hat sich über die Jahre verändert und musste entsprechend den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten immer wieder neu ausgerichtet werden. Zum anderen hat sich bei der berufundfamilie die Möglichkeit eröffnet, selbstbestimmt und frei zu arbeiten. Damit bot das Unternehmen damals eine Stelle, die direkt nach meinem Studium nur selten zu finden waren.

Daniel: Das erinnere ich noch gut. Die berufundfamilie hat mich als attraktiver Arbeitgeber überzeugt und an dem Themenfeld zu arbeiten, war und ist weiterhin sehr reizvoll.

Silke: Zusätzlich war für mich damals die eigene Vereinbarkeit ausschlaggebend: Durch den Jobanfang bei einer Frankfurter Firma konnte das Kapitel „Fernbeziehung“ glücklicherweise beendet werden.


3. In welcher Funktion begleiten Sie die berufundfamilie / Welche (spannenden) Projekte habe Sie gemeinsam umgesetzt?


Silke: Seit zwölf Jahren bin ich für den Auf- und Ausbau der berufundfamilie Akademie zuständig. Wir haben mit Netzwerktreffen als Austauschplattform für unsere Zertifikatsträger begonnen und haben ein paar Jahre später unser Angebot um Seminare ergänzt, die sich an alldiejenigen im Unternehmen richten, die sich für eine gute Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben einsetzen. Fachforen zu unterschiedlichen Themen der Vereinbarkeit aber auch spannende Kooperationsveranstaltungen, wie beispielsweise unsere Serie „Alles zu meiner Zeit“, die wir in 2018 erfolgreich mit Erfolgsfaktor Familie durchgeführt haben, sind ebenfalls zum festen Bestandteil unseres Veranstaltungskalenders geworden. Aktuell probieren wir neue Formate aus. Das Personaler*innenfrühstück „Wake up!“ bieten wir in unterschiedlichen Städten an und laden zum zweistündigen Austausch ein. So ist die berufundfamilie Akademie seit 2006 deutschlandweit zu einer wichtigen Wissensplattform rund um eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik geworden. Seit dem vergangenen Jahr organisiere ich mit meiner Kollegin zusätzlich unsere einmal jährlich stattfindende Zertifikatsverleihung.

Daniel: Die Betreuung von Großkunden und die Koordination des Vertriebs war in den ersten vier Jahren meine Aufgabe. Seit 2010 begutachte ich die Unterlagen, die im Rahmen der (Re-)Auditierung entstehen und bereite damit die Entscheidung über die Zertifizierung vor. Ein kontinuierlicher Prozess ist es, den Begutachtungs- und Erteilungsprozess zu optimieren. In Erinnerung geblieben ist mir die Arbeit an der „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“. Ein Thema, welches vor einigen Jahren noch selten in den Köpfen der Unternehmen präsent war. Heute ist es selbstverständlicher Teil der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben und findet sich im gesamten Auditierungsprozess bis hin zur Begutachtung wieder. Auch „Arbeit und Alter“ ist eines der Themen, die die berufundfamilie als eine der ersten systematisch bearbeitet hat. Neben der Produkt- und Prozessentwicklung an den ersten drei Auditierungsstufen habe ich ebenfalls an der Entwicklung des Dialogverfahrens mitgewirkt. Es ist das vierte Verfahren, das Unternehmen, Institutionen und Hochschulen durchlaufen, sobald sie mindestens neun Jahre das Zertifikat der berufundfamilie getragen haben. Ein Highlight in all den Jahren ist und bleibt für mich die Zertifikatsverleihung in Berlin. Dort hat man die Chance, mit vielen Kunden ins direkte Gespräch zu kommen und gemeinsam mit ihnen die erfolgreiche Zertifizierung zu feiern.


4. Wie hat sich das Thema Vereinbarkeit aus Ihrer Sicht weiterentwickelt?


Daniel: Ich bewerte die Entwicklung der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben sehr positiv. Das Thema ist in vielen Arbeitsbereichen und in der gesamten Gesellschaft deutlich präsenter als noch 2006 zu meinen Anfängen bei der berufundfamilie. Dennoch ist es weiterhin eine wichtige Aufgabe für die Unternehmen und für uns, an der Stärkung der Vereinbarkeit weiterzuarbeiten, da noch längst nicht alle Beschäftigte und Führungskräfte sowie deren soziales Umfeld von einer vereinbarkeitsfördernden Personalpolitik profitieren.

Silke: Interessant finde ich, dass viele Fragen mit denen sich Unternehmen an uns wenden, sich kaum verändert haben. Ich denke da an familienbewusste Führung, Teamentwicklung, Kinderbetreuung oder die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Das sind Themen, die die Unternehmen schon lange umtreiben. Persönlich finde ich es spannend zu beobachten, zu welch unterschiedlichen Zeitpunkten Organisationen sich mit den Themen beschäftigten – manche in der ersten Auditierung, andere erst in der dritten oder vierten. Ein wichtiger Schritt ist, dass Vereinbarkeit mittlerweile sowohl in den Unternehmen als auch in der Gesellschaft nicht mehr nur in die „Eltern-Kind-Ecke“ gestellt, sondern breiter diskutiert wird. Dass wir seit einigen Jahren von einer familien- aber auch lebensphasenbewussten Personalpolitik sprechen, hat sicherlich einen wesentlichen Teil dazu beigetragen.


5. Was wünschen Sie der berufundfamilie für die Zukunft?


Daniel: Der berufundfamilie wünsche ich ein klares Weiter so! Der Erfolg des audit berufundfamilie beruht zu großen Teilen auf dem hohen Qualitätsniveau im gesamten Auditierungsprozess. Außerdem zeigt die hohe Re-Auditierungsquote wie zufrieden unsere Kunden mit dem Service der berufundfamilie sind. Zusätzlich wünsche ich der berufundfamilie weiterhin die Kompetenz und den Raum an wichtigen Themenfeldern, wie Pflege, Arbeit und Alter, lebensphasenbewusste Gestaltung der Personalpolitik aber auch Digitalisierung zu arbeiten.

Silke: Daniel hat schon ein für mich sehr wichtiges Stichwort genannt: die Digitalisierung. Sie hat unsere Welt in den letzten Jahren rasend schnell verändert und stellt uns alle, nicht nur in Bezug auf technische Fragen, vor große Herausforderungen. Ich wünsche der berufundfamilie, dass sie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben in der neuen digitalen Arbeitswelt weiterhin gut begleiten und das Thema entsprechend transferieren kann. 


Über Silke Werner

Silke Werner hat im Herbst 2005 an der Universität Kassel ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen. Sie ist seit 2006 für die berufundfamilie tätig und verantwortet seither den Auf- und Ausbau der berufundfamilie Akademie. 

Über Daniel Nold

Daniel Nold hat 2004 sein Studium der Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt beendet. Danach arbeitete er eineinhalb Jahre in einer Personalberatung. Für die berufundfamilie arbeitet auch er seit 2006. Seit acht Jahren ist er im Bereich Begutachtung und Zertifizierung tätig.

Keine Kommentare:

Kommentar posten