![]() |
| Um Erwerbspotenziale von Frauen besser heben zu können, braucht es
gelingende Vereinbarkeit (Foto: CoWomen on Unsplash.com) |
Frauen leisten … einen guten Job und Vereinbarkeitsarbeit. Letzteres wird in Partnerschaften vor allem ihnen als Aufgabe überschrieben. Das Dilemma: Familienarbeit ist wichtig und richtig. In dem Ausmaß wie sie Frauen übernehmen (müssen), bleibt jedoch nicht nur ihr persönliches Potenzial liegen, sondern auch (Wo-)Manpower für Arbeitgeber und letztendlich Erwerbstätigenleistung, die unsere Wirtschaft dringend benötigt. Wissen wir eigentlich alles. Doch weil alle weiter an Verbesserungen arbeiten sollten, gibt es hier einige aktuelle aufrüttelnde Zahlen, Hinweise auf passende Vereinbarkeitslösungen sowie auf die Online-Veranstaltung unserer Akademie zur thematisch verknüpften Elternzeit.
Zunächst einige Blitzlichter aus diversen Studien zum Thema „Frauen, Chancengerechtigkeit und Vereinbarkeit“:
Stellenanzeigen für Berufe mit hohem Männeranteil beinhalten höhere Anforderungen an die Arbeitszeit (Stichwörter: Schichtdienst, Rufbereitschaft) gegenüber Ausschreibungen in frauendominierten Berufen: 18,6 % versus 13,9%.[1] Frauen werden dadurch zusätzlich demotiviert, sich in männerdominierten Bereichen zu bewerben.51,5% der Frauen arbeiten in Vollzeit (wöchentliche Arbeitszeit von mind. 35 Stunden). Bei den Männern sind es rund 90%. Hingegen sind deutlich mehr Frauen – nämlich 42,5% - in Teilzeit tätig als Männer (8,5%).[2]
Hauptgrund (65,1%) für Frauen in Teilzeit erwerbstätig zu sein, sind familiäre Verpflichtungen (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushalt).[3]
Etwa jede 5. Frau hat ihre berufliche Laufbahn durch die Geburt eines Kindes bzw. durch Elternschaft neu ausgerichtet. Übersetzt heißt das: Sie hat ihre Karriere unterbrochen oder langfristig hintenangestellt.[4]
Der Blick nach vorne
Prognos hat im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMBFSFJ) die möglichen Effekte der stärkeren Einbindung von Müttern in den Arbeitsmarkt berechnet. Demnach könnte bis 2030 ein zusätzliches Arbeitsvolumen von 200.000 Vollzeitäquivalenten erreicht werden, wenn die Erwerbstätigenquote von Müttern um 6% gesteigert und ihre Wochenarbeitszeit um durchschnittlich eine Stunde erhöht würden. Damit ließen sich 18% mehr Wirtschaftsleistung erzielen.[5]
Wie können die Potenziale von Frauen in der Arbeitswelt gehoben werden?
In der gelingenden Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben liegt der zentrale Schlüssel. Die Aufgaben liegen dabei nicht alleinig bei den Arbeitgebern. Die stetige Verbesserung der Rahmenbedingungen ist essenziell, vor allem der Ausbau des Kinderbetreuungsangebots (Kita etc.). Gleichzeitig ist die Unterstützung von Arbeitgebern über den gesamten Employee Lifecycle gefragt. Hilfreiche Angebote bzw. Maßnahmen sollten in allen personalpolitischen Handlungsfeldern gesucht werden – und das systematisch (wie es im audit berufundfamilie geschieht). Beispiele sind:
- Frauen willkommen heißen – unabhängig vom Arbeitsbereich bzw. der Aufgabe. Das fängt schon bei der offenen Formulierung der Stellenausschreibung an. In die gehört auch die Auslobung von Vereinbarkeitslösungen.
- Aktive Förderung der beruflichen Entwicklung bzw. der Karriere. Interne Frauen-Netzwerke oder Cross-Mentoring-Aktivitäten können hier unterstützen. Weiterbildung und auch Ausbildung in Teilzeit sind ebenfalls mitzudenken.
- Individuell ausgestaltbare Modelle zur Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilisierung.
- Möglichkeiten der Arbeitsorganisation weiten, ggf. durch Tandemmodelle.
- Kontakthalteprogramme bei familiären/ privaten Auszeiten etablieren.
- Wiedereinstieg nach Elternzeit/ Pflegezeit gemeinsam mit Mitarbeitenden gestalten.
- Kommunikation und konkrete Angebote zur Förderung der Frauengesundheit.
- Austausch zwischen und Zusammenarbeit der Geschlechter fördern – auch über bzw. zu Vereinbarkeitsfragen.
Veranstaltungshinweis: remote café „Elternzeit mit Plan“
Das Stichwort „Elternzeit“ fiel bereits. Wie kann sie für beschäftigte Mütter und Väter sowie das Team und den Arbeitgeber transparent, planbar und mit Bindung an die Organisation gestaltet werden? Darum geht es Anfang Mai in der Ausgabe unseres Online-Impuls-Veranstaltungsformats remote café:
„Elternzeit mit Plan – was Organisationen und Beschäftigte wirklich brauchen“
- Mittwoch, 06.05.2026 | 09.15 - 10.15 Uhr
- Gestaltet von den Vereinbarkeitsexpert|innen und unseren Auditor|innen Robert Frischbier und Verena Lödding, unterstützt durch Silja Fiedrich aus unserer Akademie
Hier geht es zu weiteren Informationen und zur kostenfreien Anmeldung.
[1]
Bertelsmann Stiftung, Vereinbarkeit?
Fehlanzeige! In Jobangeboten kommt Familienfreundlichkeit zu kurz, 2025;
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2025/august/vereinbarkeit-fehlanzeige-in-jobangeboten-kommt-familienfreundlichkeit-zu-kurz
[2]
Bertelsmann Stiftung, Spannungsfeld Vereinbarkeit Arbeitsaufteilung,
Geschlechterrollen und Aushandlungen im Paarkontext, 2025; https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Studie_Spannungsfeld_Vereinbarkeit_Arbeitaufsteilung_Geschlechterrollen_Aushandlungen_Paar.pdf
[3]
Bertelsmann Stiftung, Spannungsfeld Vereinbarkeit Arbeitsaufteilung,
Geschlechterrollen und Aushandlungen im Paarkontext, 2025; https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Studie_Spannungsfeld_Vereinbarkeit_Arbeitaufsteilung_Geschlechterrollen_Aushandlungen_Paar.pdf
[4]
IU – Internationale Hochschule, Kind und Karriere. Vereinbar für alle?, 2023; https://www.iu.de/forschung/studien/vereinbarkeit-familie-und-beruf/
[5]
Prognos im Auftrag von BMBFSFJ, Das ökonomische Potenzial der Familienpolitik –
Vereinbarkeit als Wachstumschance, 2025; https://www.erfolgsfaktor-familie.de/resource/blob/276614/90e0a8c9b033c32d0b481c10300cec78/policy-paper-pdf-data.pdf

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen