Montag, 7. November 2022

Auf in die „Woche der Vereinbarkeit 2022“ – mit Praxisbeispielen auditierter Arbeitgeber zu kollegialer Unterstützung

Die „Woche der Vereinbarkeit“ zur Stärkung der Awareness für die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik sowie zur Sensibilisierung und Motivation zur Eigeninitiative von Arbeitgebern findet bereits zum vierten Mal statt (©berufundfamilie Service GmbH)

Start frei für unsere vierte „Woche der Vereinbarkeit“! Unter dem Motto „zusammen mehr vereinbaren“ präsentieren wir darin Maßnahmen, für die Arbeitgeber den Schulterschluss mit anderen gesucht haben oder bei denen Beschäftigte Kolleg*innen unterstützen, und die auf die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Studium, Familie und Privatleben einzahlen. Los geht es heute mit dem ersten Teil der Aktionen, denen dank interner Zusammenarbeit Leben eingehaucht wurde.

Solidarität, gegenseitige Unterstützung, Zusammenarbeit, Kooperationen – all das ist von unermesslichem Wert, auch für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Angelehnt an unser Jahresmotto „miteinander vereinbaren – gesund, fair, zusammen“ haben wir die aktuelle „Woche der Vereinbarkeit“ unter den Titel „zusammen mehr vereinbaren“ gestellt. Dass sich nämlich zusammen mehr vereinbaren lässt, belegen die in dieser Woche präsentierten Beispiele. Diese haben uns nach dem audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule zertifizierte Organisationen an die redaktionelle Hand gegeben, als wir sie baten, uns Maßnahmen oder Aktionen zu nennen, die zu folgenden Aspekten passen würden:
  • Aktionen, bei denen sich Kolleg*innen untereinander unterstützen
  • Maßnahmen/ Aktionen, die Arbeitgeber in Kooperation mit anderen Arbeitgebern realisier(t)en
  • Lösungen, die Arbeitgeber mit Hilfe von öffentlichen Anbietern (z.B. Kommunen), mit Krankenkassen, Initiativen, etc. oder spezialisierten Dienstleistern umsetzen
Heute und an den kommenden vier Tagen (bis einschließlich 11.11.2022) stellen wir die Sammlung der insgesamt 55 Praxisbeispiele hier im Blog vor. Den Anfang machen die Beispiele, die für die interne bzw. kollegiale Unterstützung in Sachen Vereinbarkeit stehen. Die erfreulich hohe Zahl der Aktionen hat dazu geführt, dass wir über den kollegialen Schulterschluss heute und morgen berichten werden.

Wenn Sie jetzt schon alle Praxisbeispiele einsehen möchten, brauchen Sie nur hier zu klicken, um die Gesamtliste auf unserer Website aufzurufen. Alle Maßnahmen sind auch in einer PDF-Publikation zusammengefasst, die Ihnen ebenfalls über die Website zum Download zur Verfügung steht.

Die Fotos bzw. Visualisierungen und Logos, die in die Texte integriert sind, wurden von den Organisationen zur Verfügung gestellt.

Noch ein Hinweis zur gendergerechten Sprache: Wir haben uns bemüht, gendergerecht zu formulieren, wobei wir „Arbeitgeber“ nicht als Person setzen, sondern als Organisation und somit nicht in die neutrale Form überführen. In der wörtlichen Rede und von den Organisationen vorgegebenen Bezeichnungen haben wir die uns vorgelegten Formulierungen übernommen.

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!




Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Stützpfeiler in Krisenzeiten – Gemeinsam für die Flutopfer einstehen


Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat schnell und gezielt gehandelt, als es darum ging, die von der Flutkatastrophe 2021 betroffenen Kolleg*innen zu unterstützen. So setzte das BIBB ab Juli 2021 auf gegenseitige Vernetzung, Austausch und Solidarität als gemeinsame Hilfsstrategie in außergewöhnlichen Belastungssituationen. In dieser plötzlichen und sehr schwierigen Krisensituation richtete das BIBB Kontakt- und Hilfsbörsen ein, um die Vielzahl an der in der Institution Beschäftigten, die von der Flutkatastrophe unmittelbar oder mittelbar betroffen waren, zu unterstützen.

Aus dem BIBB heißt es dazu: „Es war berührend und beeindruckend zu sehen, wie umfänglich die gegenseitige Solidarität gelebt worden ist – Beschäftigte haben vor Ort aufgeräumt und Häuser entkernt, zahlreiche Sachspenden wurden gesammelt, Wohnräume zur Verfügung gestellt und vieles mehr. In Gesprächen und im gegenseitigen Austausch konnte diese besondere Belastungssituation und deren psychologische Folgen zumindest ein wenig aufgefangen werden.“


Teamvereinbarung als verbindlicher Schulterschluss in Sachen Vereinbarkeit


Im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurde in 2021 das Instrument der „Teamvereinbarung“ eingeführt: Dabei ist die flexible Gestaltung von Arbeitsort und Arbeitszeit nicht mehr ausschließlich zwischen Beschäftigten und ihren Führungskräften festzulegen. Vielmehr stimmen sich die Beschäftigten – im Sinne der gegenseitigen Unterstützung von Vereinbarkeit – in ihren jeweiligen Team-Zusammenhängen ab und berücksichtigen hierbei die aufgabenbezogenen Erfordernisse und die individuellen privaten Belange. Soweit sich das Team verständigt und keine weiteren dienstlichen Erfordernisse zu berücksichtigen sind, können alle Spielräume der Flexibilität genutzt werden.

Ziel ist die bestmögliche Erledigung der Aufgaben im Einklang mit den privaten Aspekten jeglicher Art. Das Instrument der „Teamvereinbarung“ basiert auf dem Solidaritätsgedanken, der Voraussetzung für einen gelungenen Aushandlungsprozess zwischen Individuum, Aufgabe und Team ist. „Nur in der gemeinsamen Kommunikation und gegenseitigen Unterstützung ist Vereinbarkeit möglich – die Teamvereinbarung ist hier weit mehr als nur ein Instrument, sie befördert den regelmäßigen Austausch hierzu und lässt Spielraum für Vereinbarkeitsbedarfe und gegenseitige (Unterstützungs-)Ideen“, so das BIBB.


Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sichert sich seit 2010 fortlaufend das Zertifikat zum audit berufundfamilie.



Caritasverband für die Stadt Köln e.V.

Testimonial-Flyer über die Angebote des Caritas-Familienservice


Mitarbeitende, die Mitarbeitende über die Familienservice-Angebote informieren und damit kollegiale Unterstützung in Sachen Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben bieten – das gibt es beim Caritasverband für die Stadt Köln e.V. So konzipierte der Verband 2020 einen neuen Flyer, in dem die Angebote des Caritas-Familienservice aus Sicht der Mitarbeitenden (Testimonials) kurz und knackig beschrieben wurden.

Der Testimonial-Flyer liefert so einen eingängigen Überblick über die wesentlichen Unterstützungsangebote zur Vereinbarkeit und spricht besonders neue Mitarbeitende an. Dank der O-Töne der Mitarbeitenden, die die Angebote nutzen, erhalten die Maßnahmen eine besondere Glaubwürdigkeit. Zudem sind sie ein Beleg für die Identifikation der Beschäftigten mit der familienfreundlichen Kultur in der Caritas Köln.

Und das kommt bei Führungskräften und Mitarbeitenden laut dem Caritasverband auch gut an. Der Flyer wurde in den Einrichtungen verteilt und ist Bestandteil der Begrüßungsmappe. Zudem wird die Publikation in den sechsmal pro Jahr stattfindenden Einführungsveranstaltungen für neue Kolleg*innen sowie der Schulung für neue Führungskräfte vorgestellt.

Abbildung 1: Kollage aus Seiten der Broschüre „Beruf und Familie leben bei der Caritas“ des Caritasverbands für die Stadt Köln e.V. (Quelle: Caritasverband für die Stadt Köln e.V.)


Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. führt seit 2012 regelmäßig erfolgreich das audit berufundfamilie durch.



CEWE Stiftung & Co. KGaA

Tage der psychischen Gesundheit


Betriebliches Gesundheitsmanagement im Miteinander – das setzte die CEWE Stiftung & Co. KGaA mit Sitz in Oldenburg bezüglich eines hinlänglich im betrieblichen Alltag noch tabuisierten Themas um:

Angelehnt an den internationalen Tag der psychischen Gesundheit – am 10.10.2022 – veranstaltete CEWE drei Gesundheitstage zu dem Thema. Das umfassende Programm beinhaltete Buchlesungen von Betroffenen, einen Vortrag über psychische Erkrankungen und Stressprävention, Qi Gong-Kurse, einen Workshop über Progressive Muskelentspannung und zudem noch eine Pupillographie-Schlafanalyse sowie einen Cardio-Stresstest. Außerdem wurden verschiedene kleine Impulse und Übungen im CEWE-Showroom ausgelegt.

CEWE ist neben der Vermittlung von Informationen und der Aufklärung über psychische Gesundheit bzw. psychische Erkrankungen dabei auch Entstigmatisierung wichtig.

Und das ist gelungen: So gab es von den Mitarbeitenden ein
überwiegend positives Feedback zu den drei Gesundheitstagen. Insbesondere die Buchlesungen fanden viele Beschäftigte aufschlussreich und sehr bewegend.

Abbildung 2: Programm der „Tage der psychischen Gesundheit“ bei CEWE Oldenburg (Quelle: CEWE Stiftung & Co. KGaA)


Ausgebildete „Pflege-Guides“ am Standort in Mönchengladbach


„An wen kann ich mich wenden, wenn in meinem privaten Umfeld ein Pflegefall eintritt und ich Rat benötige?“. Diese Frage können CEWE-Beschäftigte am Standort Mönchengladbach seit August 2021 jetzt selbst mit „An die Pflege-Guides!“ beantworten.

Pflege-Guides sind Mitarbeitende, die qualifiziert sind, um Kolleg*innen, die sich in einer Akut- oder Langzeitpflegesituationen befinden, Unterstützung bei der ersten Orientierung zu bieten. Die Beschäftigten, die von der CEWE zu einem entsprechenden Lehrgang entsandt wurden, greifen pflegenden Kolleg*innen unter die Arme, indem sie ihnen z.B. passende Anlaufstellen aufzeigen oder gesetzliche und betriebliche Möglichkeiten eruieren.


Erstellung und Gewährung von „Wunsch-Arbeitszeitplänen“ sowie geförderte „Absenkung der Arbeitszeit“


Eine zentrale Stellschraube hinsichtlich gelingender Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist die Arbeitszeit. Da „Standard-Arbeitszeitpläne“ der Work-Life-Balance oft entgegenstehen, zeigt sich CEWE offen für „Wunsch-Arbeitszeitpläne“. Hier geht es z.B. darum, die vereinbarte Wochenarbeitszeit auf individuell bevorzugte Wochentage zu verteilen. Wichtig dabei: Die betrieblichen bzw. abteilungsrelevanten Bedingungen müssen es zulassen. Und so ist es besonders wichtig, dass das jeweilige Team die individuellen Wünsche mitträgt und so die Flexibilisierungslösungen der einzelnen Teammitglieder gegenseitig stützt.

Und wenn Beschäftigte in bestimmten Lebensphasen bzw. -situationen ein größeres Zeitkontingent für ihr Privatleben benötigen, können sie sich auf eine Gesamtbetriebsvereinbarung berufen, die es seit Oktober 2020 bei CEWE gibt. Diese sieht für Mitarbeitende in bestimmten Bereichen eine Absenkung der Arbeitszeit um 20% bis maximal 50% für vier bis maximal acht Monate im Jahr (außerhalb der Weihnachtssaison) vor. Hierfür gibt es eine Förderung/ Unterstützung in Höhe von aktuell 30 % des reduzierten Entgelts.


Die CEWE Stiftung & Co. KGaA trägt seit 2014 das Zertifikat zum audit berufundfamilie.



DZ BANK AG Deutsche Zentral Genossenschaftsbank

Zeitspenden über Stundenpool


Seit Februar 2021 werden Mitarbeitende der DZ Bank mit minderjährigen Kindern, mit familiären Pflegeaufgaben oder anderen besonderen Herausforderungen während der Coronapandemie mit der Vergabe von Stunden aus dem Stundenpool unterstützt, um so eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Rechtliche Grundlage ist die Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) „Stundenpool & Ombudsverfahren in der Corona-Pandemie“, die zunächst bis Mai 2022 abgeschlossen und bis 31.08.2022 inhaltlich unverändert verlängert wurde. Diese umfasst folgende wesentliche Eckpunkte:
  • Die Finanzierung des Stundenpools erfolgt über erarbeitete Gleitzeitguthaben, die von Mitarbeitenden im Rahmen einer einmaligen Spendenaktion an den Stundenpool überführt wurden. Für jede gespendete Stunde leistet die Bank eine Aufstockung von ebenfalls einer Stunde.
  • Weitere 5.500 Stunden (ohne Aufstockung durch die Bank) wurden 2021 aus der Region West aufgrund des Verzichts von Freistellungen an Altweiber und Rosenmontag an den Stundenpool überführt.
Seit dem 01.09.2022 wird die Gesamtbetriebsvereinbarung mit geänderten Eckpunkten fortgeführt. Diese sind:
  • Erweiterter Geltungsbereich für besondere Belastungssituationen
  • Eine erneute Spendenaktion kann erfolgen, wenn der Stundenpool den Bestand von 3.000 Stunden unterschreitet, sofern Bank und Gesamtbetriebsrat damit einverstanden sind.
  • Die zukünftige Aufstockungsleistung der Bank entfällt mit Inkrafttreten der überarbeiteten GBV (die bisherige Aufstockung bleibt aber erhalten).
Der Stundenpool ist Ausdruck der genossenschaftlichen DNA, sagt die DZ Bank: „Wir sind stolz, dass Mitarbeitende ihre Kollegen nicht alleine lassen und dadurch gelebte Vereinbarkeit möglich machen. Mitarbeitende möchten sich beruflich verwirklichen, aber auch die Möglichkeit haben, sich ihrem Familienleben ausreichend widmen zu können. Durch die Stundenspende kann beides vereinbart werden und die Bank verhindert, dass Mitarbeitende komplett ausfallen.“

Im vierten Quartal 2022 befinden/ befanden sich rund 13.500 Stunden im Pool. Hiervon haben Mitarbeitende etwa 4.000 Stunden gespendet, die von der Bank um 4.000 Stunden aufgestockt worden sind. Hinzugekommen sind die aus der Region West (s.o.) stammenden 5.500 Stunden ohne Aufstockung der Bank.

Rund 800 Stunden – zzgl. ca. 800 Stunden Aufstockung durch die Bank – wurden seit Inkrafttreten der Gesamtbetriebsvereinbarung an rund 50 Mitarbeitende vergeben. Die Zuwendungen im Einzelfall reichen von 20 Stunden bis 300 Stunden. Seit Erweiterung des Geltungsbereiches für besondere Belastungssituationen ist die Nachfrage nach Stunden extrem gestiegen.

Das Angebot des Stundenpools stößt nicht nur bei der DZ Bank intern auf positives Echo. Die Bank wurde dafür mit dem Sonderpreis des vom Bundesfamilienministerium vergebenen „Innovationspreis Vereinbarkeit 2022“ ausgezeichnet (siehe: https://bit.ly/3UaSwKf).


Die DZ BANK AG ist seit 2007 nach dem audit berufundfamilie zertifiziert.



ERGO Group AG

Coffee Care Break


Im Juni 2022 startete die ERGO Group die „Coffee Care Break“, mit der die in Düsseldorf ansässige Versicherungsgruppe Beschäftigten, die Angehörige pflegen, eine weitere Unterstützung zukommen lässt.

Mit dem kostenfreien Angebot für Mitarbeitende und alle Führungskräfte holt die ERGO Group das Thema „Pflege“ und die damit einhergehenden Herausforderungen im Arbeitsumfeld aktiv aus der Tabu-Zone heraus. Die „Coffee Care Break“ bietet einen Raum für offenen Austausch. Ein*e externe*r Pflegeexpert*in begleitet den Online-Termin ohne Agenda: Die Teilnehmenden selbst bestimmen durch ihre Fragen und persönlichen Erfahrungen den Inhalt der Austauschrunde. Damit auch genug Raum und Zeit für alle persönlichen Fragen besteht, findet dieses Angebot mit wenigen Teilnehmer*innen regelmäßig alle zwei Monate statt.

„Wir möchten gemeinsam wertvolle Impulse für den Pflegealltag geben und vor allem motivieren, gerade in den schwierigen Phasen des Pflegealltags. Die Mitarbeitenden tauschen sich in einem geschützten Rahmen aus. Der Pflegeexperte steht für fachliche Fragen zur Verfügung und berät kompetent. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren konkret, dass ERGO als ihr Arbeitgeber ihre besondere Lebenssituation wahrnimmt und mit konkreten Lösungen unterstützt,“ heißt es bei ERGO zu der Zielsetzung des Angebots „Coffee Care Break“.

Abbildung 3: Ausschnitt aus der Ansicht des Infoblatts zur „Coffee Care Break“ bei ERGO (Quelle: ERGO Group AG)


Forschungszentrum Jülich GmbH

Familienbotschafter*innen in den Organisationseinheiten


Wie kann die Durchdringung der Organisation mit Vereinbarkeitsthemen erhöht werden? Wie lässt sich die Sichtbarkeit von Fragen und Lösungen zur besseren Work-Life-Balance steigern? Und wie kann weiter dazu beigetragen werden, dass die familienbewusste Kultur in den Organisationseinheiten gelebt wird?

Diese Fragen beantwortet das Forschungszentrum Jülich u.a. mit Familienbotschafter*innen, die es seit Oktober 2015 gibt.

Familienbotschafter*innen sind Mitarbeitende, die in ihren Instituten oder Abteilungen als Multiplikator*innen, Vermittler*innen und kollegiale Helfer*innen bei Fragen zur Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Beruf fungieren. Zudem bilden die Familienbotschafter*innen ein Netzwerk, welches Impulse zur Verbesserung oder Einführung von Vereinbarkeitsmaßnahmen gibt, die Sichtbarkeit des Themas erhöht und gemeinsam lernt. Es gibt Familienbotschafter*innen in ganz unterschiedlichen Funktionen und Hierarchiestufen, inkl. einiger mit Führungsverantwortung.

Die Familienbotschafter*innen sind ein voller Erfolg: 2015 mit sieben Personen gestartet, gibt es mittlerweile 66 Familienbotschafter*innen in insgesamt 54 Organisationseinheiten des Forschungszentrums Jülich.

Weitere Informationen zu den Familienbotschafter*innen unter: https://www.fz-juelich.de/de/bfc/schwerpunkte/vereinbarkeit/familienbewusste-unternehmenspolitik/familienbotschaftende


Das Forschungszentrum Jülich GmbH trägt seit 2010 das Zertifikat zum audit berufundfamilie.



GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen

Kollegialer Keyuser-Tag


Die Arbeitswelt wird digitaler. Und damit alle Beschäftigten mitgenommen werden können, hat die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen eine Möglichkeit ersonnen, wie Mitarbeitende ihre Kolleg*innen bzgl. des Umgangs mit den Neuerungen – deren Nutzung auch auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben einzahlt – unterstützen können.

Die GWH arbeitet nämlich in immer mehr Bereichen ausschließlich digital. Damit verbunden ist die Einführung zahlreicher neuer Programme, die vor dem allgemeinen Rollout umfangreich getestet und angepasst werden müssen. Hierfür hat die GWH in den unterschiedlichen Bereichen insgesamt rund 80 Key-User benannt, die nicht nur testen, mit dem Anbieter in Kontakt stehen und Anpassungen veranlassen, sondern anderen Kolleg*innen auch als Ansprechpartner*innen mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Um die Sonderrolle dieser Key-User wertzuschätzen und ihnen die Möglichkeit zum ausführlichen Austausch auch über ihre Arbeitsbereiche hinweg zu geben, hat die GWH Anfang September 2022 einen Keyuser-Tag ausgerichtet. In einem Kommunikationstraining erhielten die Teilnehmenden hilfreiche Anleitungen zu konstruktiven Rückmeldungen und Beschwerdemanagement. Darüber hinaus wurde als Dankeschön ein unterhaltsames Nachmittagsprogramm angeboten, u.a. mit Bogenschießen und einem Rundflug mit einem Motorseglerrundflug.


Team-Time erleichtert Einstieg


Als Team zusammenwachsen und lernen, sich gegenseitig zu unterstützen – dabei hilft die „Team-Time“ bei der GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen.

Die „Team-Time“ wurde bei der GWH Mitte 2020 ins Leben gerufen, um Abteilungen mit neuer Führungskraft oder mehreren Neuzugängen den Einstieg miteinander zu erleichtern. Dabei handelt es sich um einen begleiteten Workshop-Tag, bei dem die Führungskraft mit ihrem Team aus einer „Tool-Box“ verschiedene Teamentwicklungsinstrumente wählen kann. Die Begleitung und die Moderation werden von einer externen Beratung übernommen.

Mit der „Team-Time“ soll die Zusammenarbeit im Team gefördert und sowohl die Führungskraft als auch die neu zusammengesetzten Teams dabei unterstützt werden, eine bedürfnisgerechte Führung zu entwickeln. Je nach Anzahl der Neubesetzungen und neuen Teamzusammenstellungen führt die GWH im Schnitt fünf solcher „Team-Times“ pro Jahr durch.


Mentor*innenprogramm für Potenzialträger*innen


Kompetenzerweiterung im Miteinander – das wird bei der GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen seit Juli 2022 mit einem „Mentorenprogramm“ unterstützt.

Das „Mentorenprogramm“ wurde bei der GWH konkret konzipiert, um die persönliche und berufliche Entwicklung von Potenzialträger*innen im Unternehmen zu fördern und sie gleichzeitig an das Unternehmen zu binden. Und so sieht das Programm aus: Sieben Tandems bestehend aus je einer*einem Mentor*in aus Abteilungsleitung/ Geschäftsführung und einer*einem Mentee absolvieren ein 18-monatiges Programm, das von gemeinsamen Schulungen zu unterschiedlichen Themen begleitet wird. Die Mentees profitieren dabei von der Expertise und Erfahrung der*des Mentorin*Mentors und erhalten Einblicke auch in Bereiche, mit denen sie im Berufsalltag stellenbedingt vielleicht weniger Berührungspunkte haben. Die Tandems entscheiden dabei selbst, welche Themenschwerpunkte sie in ihren Zweier-Treffen setzen möchten.


Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen trägt seit 2009 das Zertifikat zum audit berufundfamilie.



AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V. mit allen verbundenen Unternehmen

Beratung für Mitarbeitende in allen Lebenslagen


Der AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V. bietet mit seiner Abteilung awo lifebalance allen AWO Beschäftigten sowie den Beschäftigten von über 30 weiteren Arbeitgebern in der Region Weser-Ems Beratung zu allen Fragen rund um die Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder bei persönlichen und beruflichen Belastungen. Das Programm umfasst:
  • Beratung bei allen Fragen rund um die Betreuung von Kindern und die Vermittlung von passgenauen Betreuungsangeboten
  • Beratung zu Hilfs- und Pflegebedürftigkeit von Angehörigen und die Vermittlung passgenauer Angebote
  • Beratung bei belastenden Situationen persönlich, beruflich und gesundheitlich
Das Angebot, das für die Beschäftigten kostenfrei nutzbar ist, unterliegt der Schweigepflicht, d.h. jede Kontaktaufnahme und die Beratungsinhalte werden absolut vertraulich behandelt. Schließlich zählt für die AWO zu den Grundlagen für die Arbeit Freiwilligkeit und Vertrauen. Die Beratungen, bei denen die Ratsuchenden ganzheitlich und unkompliziert bei der Suche nach individuellen Lösungswegen unterstützt werden, erfolgen zeitnah. Dabei kann die Beratung als Arbeitszeit angerechnet werden.

Die Einführung der psychosozialen Beratung erfolgte im Juni 2016. Die Nutzung der weiteren Beratungsbereiche ermöglicht der AWO Bezirksverband seinen Mitarbeitenden bereits seit 2007. Und damit hat er sowohl die Unterstützung der Beschäftigten und deren Entlastung bei Problemen im privaten Umfeld, die Verringerung von Fehlzeiten und den schnelleren Wiedereinstieg von Beschäftigten nach der Elternzeit als auch die Steigerung der Zufriedenheit und der Bindung der Mitarbeitenden im Sinn. Schließlich geht es dem AWO Bezirksverband auch um eine gewisse Risikoabwehr und darum, mit Unterstützung der Angebote potenzielle neue Mitarbeitende für sich zu begeistern.

Und der Erfolg gibt dem AWO Bezirksverband Recht: Das Programm wirkt auch
bei Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützend. Zudem ist es als präventives Angebot zur Stärkung der Gesundheit der Beschäftigten effektiv.

Abbildung 4: Kollage aus der ersten Seite und dem aufgefaltetem Innenteil des Info-Folders „Unterstützung für Mitarbeiter*innen, Unser Angebot – Ihr Vorteil, Beratung für Generationen & Psychosoziales“ des AWO Bezirksverbands Weser-Ems e.V., awo lifebalance (Quelle: AWO Bezirksverbands Weser-Ems e.V.)


Der AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V. trägt seit 2009 das Zertifikat zum audit berufundfamilie.




Morgen, am 08.11.2022, finden Sie hier im Blog Part 2 der Praxisbeispiele kollegialer Unterstützungsaktionen.


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